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Gedanken-Gänge: „Der Glaube kann Berge versetzen“… Wir können dies jedoch auch! Nachlese zu einem älteren Blogeintrag

Vor längerer Zeit berichtete ich in diesem Beitrag von einer Begegnung mit einem Menschen, der mich von der heilenden Kraft Gottes überzeugen wollte. Heiko Kunert griff dieses Thema auf und veröffentlichte im März zwei Artikel zum Thema Blindheit und Glaube, welche an dieser Stelle Euch wärmstens ans Herz gelegt seien!

Blindheit und der Glaube an die Wunderheilung auf BlindPR bzw. Teil 2

Der für mich wichtigste Satz bzw. die im Text gestellten, sehr wichtigen Fragen, seien an dieser Stelle zitiert:
„Warum gibt es „Menschen mit Behinderungen, die sich an dieser stören“? Ist nicht ein Hauptgrund hierfür, dass sie sich hilflos fühlen und von der Gesellschaft ausgegrenzt? Geht es wirklich um den Menschen mit Behinderung oder nicht doch viel mehr darum, eine Gesellschaft zu schaffen, in der sich behinderte Menschen gleichwertig fühlen können?“

Darüber sollten wir, ob nun behindert oder nicht-behindert, einmal nachdenken. Gerade, wenn wir wieder einmal Wissenschaftler und Ärzte so in den Himmel loben, wenn sie sich wieder etwas ausgedacht haben, das uns Blinde ein stück weit „sehend“ machen könnte. Denn im übertragenen Sinne könnten diese assistiven Technologien doch auch als eine Art „Wunderheilung“ verstanden werden?

Wir verlernen es, mit uns umzugehen und uns zu akzeptieren. Man nehme z. B. das langsam leidige und von mir auch schon oft herangezogene Thema der ‚molligen Menschen‘. Medial gern verwertet, jedoch zumeist mit negativen Eigenschaften besetzt, ist Molligsein etwas, das es zu beseitigen gilt, um das eigene Wohlbefinden zu stärken.

Dies lässt sich aber auch sehr gut auf uns Blinde und unsere Blindheit übertragen: Denn immer wieder wird uns vorgehalten, was wir nicht können – nämlich sehen – und welche Einschränkungen im Alltag daraus resultieren. Doch ist dies wirklich so? Oder nehmen sich die Nichtgehandikapten nicht eher das Recht heraus, uns sagen zu dürfen, was wir wirklich können und was nicht?

Sind Blindheit, Gehörlosigkeit oder Gelähmtsein wirklich noch so verwerflich, dass wir unbedingt nach einem Leben ohne Handikap streben und somit nach der angebotenen (Wunder-)Heilung greifen sollten? Oder geht es uns wirklich so schlecht und ich für meinen Teil habs bloß noch nicht be-/gemerkt…

Gedanken-Gänge VIII – Der Glaube kann Berge versetzen… Doch sehen können wir durch ihn noch lange nicht

Es gibt so viele Dinge, an die wir glauben können – und es gibt genau so viele Menschen, die genau das tun: Sie glauben einfach an das Gute im Menschen, an ein Leben nach dem Tod, an Götter, Vorhersehungen, Außerirdische… und die Liste könnte so weiter gehen.

Einmal, es ist schon etwas länger her, begegnete mir jemand auf der Straße, der im festen Glauben war, dass ich, durch sein Zutun, durch Gebete und den festen Glauben an Gottes Macht, wieder sehen könnte. Ob dies nun eher im übertragenen Sinne gemeint war lassen wir mal außen vor.

Der gute Mann ließ sich nicht beirren und er wollte mich nicht mit dem Irrtum gehen lassen, dass genau dies einmal eintreffen sollte. Er bat mich, mir seine Hand auf meine Augen legen und dabei ein Gebet sprechen zu dürfen.

Und in so einer Situation stehste da, überlegst, ob du ihn – entschuldigt die flapsige Wortwahl – zum Teufel jagen oder ihn einfach tun und reden lassen sollst? Sollte ich es also über mich ergehen lassen oder sein „Angebot“ bestimmt, aber freundlich, ablehnen?

Solche und ähnliche Ansprachen habe ich in der Vergangenheit schon des öfteren erlebt. Einer der wohl hartnäckigsten Vertreter war jemand von den Zeugen Jehovas gewesen, den ich etwas energischer in seine Schranken weisen musste. Der Kerl war so gut vorbereitet gewesen auf seinen Besuch, dass er damals sogar diesen – ach, wie heißt noch mal diese von denen herausgegebene Zeitschrift? – naja auf jeden Fall dieses Blatt in Blindenschrift besorgt hatte… Aaaaber, ich schweife vom Thema ab!

Ich habe sein Angebot freundlich abgelehnt. Ich müsse an die Macht Gottes glauben, war seine Antwort. Nun, ich glaube, dass es dort draußen etwas gibt, etwas, das unser Leben bestimmt. Ob es/er/sie nun „Gott“ heißen mag oder sonst wie…

Und dieses „Etwas“ hat gewollt, dass ich nicht sehen kann – war meine Antwort. Doch davon wollte er nichts hören.

Es gibt diesen schönen Spruch, dass der Glaube Berge versetzen kann. Richtig, das mag stimmen. Aber sehen können werden wir dadurch noch lange nicht.

Blindheit als Aushängeschild und Marketingstrategie

Am zweiten Januarwochenende findet auch in diesem Jahr wieder die Wolfsburger Hochzeitsmesse im Kongresspark statt. Und wie auch schon in den vergangenen drei Jahren, stellt sich wieder die spannende Frage: Wie präsentiert man sich bzw. seine Dienstleistung am besten auf der Messe?

Bei meinem ersten Messebesuch 2011 führte ich eine sehr interessante und anregende Diskussion mit dem Veranstalter darüber, ob man als blinder DJ sein Handikap zu Marketingzwecke gebrauchen sollte.

Der Artikel wurde von mir nochmals überarbeitet und ergänzt. Hier geht’s weiter!

Testbericht zu Braun °CoolTec CT2CC

Im Rahmen eines TRND-Testprojekts (auf www.trnd.com) bekam ich die Möglichkeit, gemeinsam mit 499 anderen Testern Brauns neuestes Flagschiff in Sachen Rasur ausgiebig auszuprobieren. Der folgende Testbericht entstand im Rahmen dieses Projekts.
Testbericht zu Braun °CoolTec CT2CC weiterlesen

Bestimmt nur der DJ allein den Beat?

Seit drei Jahren bin ich nun bereits als DJ in Hamburg und Wolfsburg unterwegs und konnte schon die eine oder andere Feier bzw. Party musikalisch begleiten. Ich habe mich dabei stets an den Wünschen und Vorgaben meiner Auftraggeber orientiert und nicht, wie es mir so oft in den drei Jahren berichtet wurde, allein auf meinem Musikgeschmack konzentriert.

Es ist erstaunlich: Auf fast jeder Feier fand ich einen Gast, welcher mir von schlechten Erfahrungen mit einem DJ auf einer Feier berichten konnte. Dabei wurde meist kritisiert, dass der DJ meist nur „seine“ Musik gespielt und sich nicht auf die Wünsche der Gäste eingelassen hat.
Da stellt sich einem die Frage: Gibt es in unserem Berufszweig so viele Eigenbrödler?

Und in der Tat scheint es eine gewisse Arroganz unter einigen DJ-Kollegen zu geben. Dies bestätigt sich auch in einem neuen House-Track, welcher kürzlich veröffentlicht wurde: „Jukebox Bitch (I’m not your Jukebox)“ heißt dieser Titel, der genau diese Einstellung verkörpert. Nicht der „Kunde ist König“, sondern scheinbar der DJ. Er allein bestimmt den Beat.

Zwar scheint sich der genannte Track vornehmlich an die Clubs zu richten und auch im Sinne der Club-DJ’s zu sprechen, dennoch frage ich mich, ob derartige Arroganz auf Privatpartys nicht völlig Fehl am Platz ist? Denn auch dort scheint das Motto „Der DJ bestimmt den Beat“ häufig praktiziert zu werden.
Anscheinend fühlen sich einige Kollegen in ihrer Arbeit gestört, wenn Gäste das vorher geplante Set durch Musikwünsche aus dem Gleichgewicht bringen?

Natürlich experimentiere ich auch gern, vor allem dann, wenn ich wenig Vorgaben habe oder man mir freie Hand lässt. Dies gilt aber in erster Linie für Einsätze in Bars etc. Auf privaten Feiern sollte man, so meine Ansicht, seinen persönlichen Geschmack, ein wenig, zurückstellen; man möchte ja auch zukünftig weiterempfohlen und weiter gebucht werden.

„Träumen blinde Menschen eigentlich?“

Eine Frage, die mir schon sehr oft gestellt wurde und die ich mit „Ja“ beantworten kann.

Jeder träumt… nur träumen nicht alle gleich. Während es Sehende gibt, die anscheinend in ihren Träumen nichts hören oder fühlen und stattdessen das Geschehen im Traum nur sehen, vielleicht auch nur als Beobachter, welcher sich selber im Traum sieht, gibt es aber auch Menschen, die mit all ihren Sinnen ihre Träume erleben –
dies stellte ich fest, als ich Sehende fragte, wie sie denn träumen würden? Ein Blinder träumt natürlich auch und auch hier gibt es anscheinend Unterschiede. Bei mir ist es so, dass ich sehr wohl in meinen Träumen fühle bzw. höre. Der Traum spiegelt ja, so sagt man, Dinge wieder, die man bereits erlebt, vor denen man vielleicht Angst oder über die man schon einmal nachgedacht hat. Wenn das wirklich stimmt, so ist erklärbar, warum ich in meinen Träumen beispielsweise nie etwas sehe (denn ich habe ja noch nie gesehen), späterblindete Menschen jedoch durchaus noch im Traum etwas mit ihrem Auge wahrnehmen können (hier schöpfen sie vielleicht aus ihrer Erinnerung an die Zeit vor ihrer Erblindung).
Ich durchlebe meine Träume also so, wie ich auch meinen Alltag durchlebe, sprich ich höre oder fühle etwas – bei anderen Blinden mag der Traum anders verlaufen. Vielleicht gibt es ja auch hier zum Beispiel Leute, die nur etwas hören, aber vielleicht sonst nichts anderes in ihren Träumen wahrnehmen… wer weiß.
Daher ist die Frage, „ob blinde Menschen Träumen“ zwar mit „Ja“ zu beantworten, ich vermute jedoch, dass es auch hier Unterschiede im „Wie“ geben wird.
Man sollte natürlich nicht außer Acht lassen, dass wir uns an den Großteil unserer Träume im Nachhinein gar nicht mehr erinnern können und somit auch nicht mehr wissen, wie diese Träume abgelaufen sind…

Necro Facility überzeugen mit neuem Album „Wintermute“!

Gut Ding will Weile haben…

Dies sagt man immer so schön, oftmals ist es dahergesagt und nichtssagend, aber in manchen Fällen lohnt sich Warten und zahlt sich am Ende aus.

Bis vor kurzem, als ich die Promo des hier vorgestellten Albums erhielt und zudem auf dem CD-Beileger des Zillo-Magazins (Juni 2011) ein Song von Necro Facility enthalten ist, ist mir die Musik dieses Duos verborgen geblieben – aus welchem Grund auch immer, denn Necro Facility könnte man als Senkrechtstarter in der Szene betrachten, hat man sie doch nach Veröffentlichung ihrer ersten beiden Alben mit der Kultband Skinny Puppy verglichen.
Nun sind vier Jahre ins Land gegangen und seit Mitte April steht nun das neueste Werk mit dem Namen „Wintermute“ in den Startlöchern, um wieder die Szeneherzen zu erobern.
Was den Hörer erwartet ist eine Mischung aus knackigen elektronischen Beats und Samples, Synthies, gepaart mit einer markanten, tiefen Stimme und natürlich mit einer gehörigen Portion eingängiger Melodien. Dieses Album ist ‚rockig‘, kommt jedoch in einigen Songs komplett ohne E-Gitarren aus. Es ist generell schwer, „Wintermute“ in eine der bestehenden Schubladen einzuordnen, verbindet es doch Elemente aus Electronic Body Music, Synthpop, Electro und Industiral Rock zu einer interessanten Mischung.

Zu den Highlights schlechthin dürften vor allem der Opener „You Want It“, ein eher balladeskes Stück oder „Do You Feel the Same“, welches bereits auf dem 8. Septic Sampler für Aufsehen sorgte, zählen. Mein persönlicher Favourit ist jedoch „Supposed“, ein Track, welcher erst eine düstere Atmosphäre, vielleicht auch durch den etwas kehligen Gesang während der Strophen, sorgt, sich dann im Refrain jedoch wahrlich zu einem Ohrwurm entwickelt.

Zugegeben, dem Otto-Normal-Popmusik-Hörer dürften die Klänge, der Besang und die teils düstere Atmo der Songs etwas befremdlich vorkommen, vor allem, wenn man sich mit derartiger Musik nicht so anfreunden kann. Wer jedoch offen für ‚Neues‘ ist und gerne auf musikalische (elektronische) Entdeckungsreisen geht, der sollte auch an „Wintermute“ Gefallen finden. An manchen Stellen sperrig, wenn man sich darauf einlässt, doch erkennbar eingängig poppig. Genau das, was Musik auszeichnen muss: Ecken und Kannten.

Körperkult: Schön, Schlank, Braungebrannt?

Im folgenden Gedankengang soll es um die Frage gehen, inwieweit Medien uns Schönheitsbilder vermitteln, was wir daraus machen und was für Auswirkungen diese auf uns und unser soziales Umfeld haben könnten. Nicht alles ist durch Quellen belegt – wie gesagt, dies ist lediglich ein Gedankengang.
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