Zehn Tage (blind durch) Skandinavien – Ein Reisebericht

Übersicht

  1. Tag 1 in Oslo, 18.04.2014
  2. Tag 2 in Oslo, 19.04.2014
  3. Tag 3 in Oslo, 20.04.2014
  4. Tag 1 in Stockholm, 21.04.2014
  5. Tag 2 in Stockholm, 22.04.2014
  6. Tag 3 in Stockholm, 23.04.2014
  7. Tag 1 in Kopenhagen, 24.04.2014
  8. Tag 2 in Kopenhagen, 25.04.2014
  9. Tag 3 in Kopenhagen, 26.04.2014
  10. Tag 4 in Kopenhagen, 27.04.2014
  11. 10 Tage Skandinavien: Ein Fazit

 

Tag 3 In Kopenhagen: Tivoli!

Samstag, 26.04.2014

Nach einer unruhigen Nacht, die Wände in diesem Hotel waren scheinbar mehr als nur dünn, fühlte ich mich an diesem Morgen irgendwie gerädert. Dies war aber auch der sich scheinbar anbahnenden Erkältung geschuldet.

Das Wetter versprach an diesem Tag richtig gut zu werden! Eigentlich hatte ich mir den Besuch im Tivoli, dem drittgrößten Freizeitpark Europas, der sich direkt in der Kopenhagener Innenstadt befand, für den letzten Tag aufheben wollen, aber bei Sonnenschein und 16° bot sich ein Besuch förmlich an!

Und so machte ich mich nach dem dieses Mal etwas später ausgefallenden Frühstücks auf dem Weg zum Tivoli. Am Eingang angelangt, reihte ich mich in die noch recht kurze Schlange ein und traf hier auf Gosia und Christoph, einem Schweizer Pärchen, das mit ihren Kindern ebenfalls das Tivoli besuchen wollte. Da sie jedoch um 14:00 Uhr wieder weiterfliegen würden, blieb ihnen nur ein kurzer Abstecher in den Park, welcher nicht nur wegen seiner Attraktionen, sondern auch wegen der Gartenanlagen bekannt ist.

An der Kasse löste ich ein Ticket, das es mir ermöglichte, alle Fahrgeschäfte so oft zu nutzen, wie ich wollte. Der „normale“ Eintrittspreis beinhaltete nämlich nur den Parkeintritt, für die Fahrattraktionen hätte man sonst extra Tickets beim jeweiligen Fahrgeschäft lösen müssen.

Die vier Schweizer begleiteten mich in den Park hinein und die zwei Kinder, zwei drei- und fünfjährige Jungs, stürzten sich sogleich förmlich auf den Spielplatz, den wir nach einigen Metern fanden. Christoph wollte mich, während seine Frau auf die Kinder aufpasste, zum ersten Fahrgeschäft begleiten, einer großen Loopingachterbahn (Daemon). Er selber fand sie jedoch auch sehr reizvoll, weshalb er sich entschloss, eine Runde mitzufahren.

Die rasante Fahrt war Nervenkitzel pur, aber leider schneller vorbei als erhofft.

Neben dem Daemon befand sich ein weiteres Überschlag-Fahrgeschäft. Eine Art Flugzeug, welches sich in geschätzt 25m Höhe bewegte. Dieses Karussell erinnerte mich von seiner Fahrweise ein wenig an das auf deutschen Jahrmärkten vorzufindende Fahrgeschäft „Airwolf“.

Nach dieser Fahrt verabschiedete sich Christoph. Er wollte zurück zu seiner Familie, denn schließlich müssten sie auch bald schon wieder zum Flughafen zurück – es war bereits nach 12:15 Uhr.

Und so erkundete ich von da an auf eigene Faust den Park. Neben den eben genannten Fahrgeschäften gab es noch einen Freefall-Tower (63m Höhe, 47m Fallhöhe), ein weiteres Überschlag-Fahrgeschäft, eine Art Miene (sehr visuell orientiert), eine 100 Jahre alte Holzachterbahn, eine weitere kleine Achterbahn ohne Looping, einen fliegenden Teppich und eine Art Krake, die es von Art und Geschwindigkeit der Fahrt jedoch nicht mit unseren Kirmeskraken aufnehmen konnte. Wo sich bei uns die Arme der Krake samt der Gondeln bewegen, gondelte die Tivoli-Krake einfach nur im Kreis um eine Fontäne herum… Dazu kamen noch einige kleinere Fahrgeschäfte für Kinder und eine Wildwasserbahn, die derzeit leider außer Betrieb war. Die Fressbuden, Souvenirshops und eine Bühne, auf der ab dem Nachmittag auch Livemusik geboten wurde, nicht zu vergessen.

Und das sollte also der drittgrößte Freizeitpark Europas sein? Ich muss gestehen, dass ich mir bezüglich der Fahrattraktionen mehr erhofft hatte! Aber den Charme des Parks machen nicht nur die Fahrgeschäfte, sondern vor allem die vielen Pflanzen und kleinen Springbrunnen aus.

Ich verbrachte insgesamt um die sieben Stunden im Tivoli. Die Fahrten habe ich nicht alle gezählt, müssten aber insgesamt (aufgerundet) um die 20 Karussell- und Achterbahn-Fahrten gewesen sein. Ich pendelte also sozusagen zwischen den einzelnen Stationen hin und her, wobei ich bei einigen Attraktionen auch die Möglichkeit hatte, zweimal direkt hintereinander zu fahren, ohne mich dafür extra anstellen zu müssen.

Generell überraschte mich positiv die Hilfsbereitschaft des Parkpersonals. Außer zweimal hatte ich keine Probleme, alleine, ohne Begleitung, in die Fahrgeschäfte und am Ende wieder hinaus zu kommen. Zwei Mal stellte sich jemand von der Aufsicht quer, wollte mich nicht – natürlich aus Sicherheitsgründen! – alleine fahren lassen. Beide Male halfen jedoch bereitwillig andere Fahrgäste aus und nahmen mich kurzerhand mit.

Der Besuch im Tivoli war für mich wieder eine neue Erfahrung im Punkto Alleingänge gewesen. Eine Orientierung im Park war, so lange man nicht vom Hauptweg in die Grünanlagen abwich, durchaus möglich, die laute Musik von der Bühne machten dem aber ein wenig einen Strich durch die Rechnung. Jedoch war dies – für mich – nur halb so schlimm, denn es waren genug Besucher vor Ort, die ich um Hilfe bitten konnte. Ich hatte definitiv meinen Spaß, egal, ob ich nun alleine unterwegs war oder nicht.

Theoretisch hätte ich die Möglichkeit gehabt, bis 24:00 Uhr alle Fahrgeschäfte zu nutzen. Nach siebenstündigem Aufenthalt, 8 Loopingbahnfahrten, 4x Freefall-Tower, 4x Überschlagfahrgeschäfte, 2x fliegender Teppich und den Rest eher harmlosere Sachen, knurrte auch irgendwann mein Magen. Zwar hatte ich zwischendurch immer mal wieder eine Kleinigkeit gegessen, aber ich wollte mir aufgrund der vielen Fahrerei auch nicht den Bauch so voll schlagen. 😉

Und so schloss ich mit einer letzten Loopingbahn-Fahrt gegen 19:00 Uhr meinen Tivoli-Besuch ab und fragte mich zum Ausgang durch.

Ich wusste ja, dass in der Nähe meines Hotels bzw. auch in der Nähe vom Bahnhof viele Restaurants und Bars zu finden waren und so landete ich am Ende in einer Dönerbude, in der ich mir allerdings eine Pizza bestellte. Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass in Kebab-Restaurants immer der Fernseher läuft?

Um 20:00 Uhr war ich zurück im Hotel und blickte höchst zufrieden auf das vorgezogene Finale meines Kopenhagen-Besuchs zurück.


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