Drei Tage Prag – ein Reisebericht

Montag:

Es ist doch angenehm zu wissen, dass man sich mit dem Frühstück bis 12:00 Uhr Zeit lassen kann, anders, als in anderen Jugendherbergen. 😉 Aber
nein, um 12:00 Uhr habe ich nicht gefrühstückt, es war kurz vor 10. Das Frühstück war reichhaltig, man konnte soviel essen, wie man wollte und konnte auch
später noch einmal wiederkommen, um z. B. noch einen Kaffee zu trinken. Hatte auch hier zunächst kleine Bedenken bei der Verständigung wegen dem Frühstück…
Alles völlig unbegründet, wurde freundlich empfangen und sogar am Platz bedient. Später kam der Manager von dem Café, in dem das Frühstück eingenommen
wurde, zu mir und meinte, dass er die nächsten Tage nicht da sei, dass aber seine Kollegin Martina über mich Bescheid wisse und ich mich an sie wenden
solle…

Nach dem Frühstück kam die erste, große Überraschung überhaupt. In den letzten Wochen hatte ich E-Mail-Kontakt mit einer Mitarbeiterin aus der
Herberge Zwecks einiger Infos und Absprachen. Als ich das Café verließ, rief jemand meinen Namen und kam mir entgegen. Andrea – so heißt sie – wollte schauen,
ob ich gut angekommen bin und ob sie irgendwas für mich tun kann. Der erste und fast einzige Mensch in der Herberge, der Deutsch gesprochen hat – das nur
nebenbei. 😉 Mit ihr zusammen habe ich eine dreistündige Stadtrundführung gebucht und sie hat mir noch ein paar Dinge erklärt. Interessant war in diesem
Zusammenhang auch, dass vom Preis-Leistungs-Verhältnis her die englische Stadtführung die beste war, denn die Führungen auf Deutsch dauern meist nur eine
bis anderthalb Stunden und kosten genau so viel (10 Euro). Bevor ich mich auf dem Weg zum Wenzelsplatz – einer der zentralen Punkte in der Stadt – machte,
verabredeten wir (Andrea und ich) uns für den nächsten Tag wieder um die gleiche Zeit, falls ich wieder Infos benötige oder Fragen habe (die mir sicherlich
auch jeder andere hätte beantworten können…, aber man nimmt so ein Angebot doch gerne an… oder? ;-)).

Und los ging es. Zunächst mit der Tram zum Namisti
Miru, einem Knotenpunkt, an dem alle U-Bahn- und viele Bus- und Tramlinien zusammenkommen, dann mit der U-Bahn weiter zum Nationalmuseum. Ich bin noch nie so eine lange Rolltreppe gefahren. Mindestens drei bis fünf Minuten fuhr das Ding,
bis man unten angekommen ist, mit einem wahnsinns Tempo, wer unten nicht schnell genug war, der musste aufpassen, dass er sich nicht auf die Fresse legt.
😉

Am Museum angekommen half mir jemand zur Rolltreppe. Problem, der gute Mann verstand nicht, wohin ich gehen wollte. Er griff sich jemanden, der mich
verstand und mein gewünschtes Ziel auf tschechisch übersetzen konnte. Am Treffpunkt für die Stadtführung angelangt, fand ich nach einigen Minuten auch
die Gruppe. Wir hatten vorher telefonisch angekündigt, dass da jemand kommen würde, der blind ist, sie waren also – mehr oder weniger – vorgewarnt. 😉

Unter den restlichen Teilnehmern befanden sich noch zwei Touristinnen aus Österreich, die mir während der Führung noch, ergänzend zu den Ausführungen des
Guides, Sachen erklärt haben. Bevor hier wieder jemand fragt, warum ich eine Stadtführung mitmache: Es war sehr interessant, sich die Sachen und einige
Hintergründe erklären zu lassen und oder einfach die Atmosphäre eines Ortes auf sich wirken zu lassen. In den drei Stunden haben wir eigentlich alle wichtigen
Plätze und Sehenswürdigkeiten abgeklappert (Wenzelsplatz, Altstadt, jüdisches Viertel, Karlsbrücke, Burg), ein paar Sachen (Statuen) konnte ich auch anfassen
– ein schon etwas peinliches, dennoch irgendwie aber lustiges Ereignis lasse ich hier aber mal aus. 😉 Die Führung endete auf der prager Burg. Bevor wir
jedoch dorthin gelangten, aßen wir in einem kleinen (für tschechische Verhältnisse leicht teureren) Restaurant zu Mittag: Gulasch mit Knödeln. Gulasch
war Gut, der Rest so lala…

Weiter ging es zur Burg. Da wir nicht an die Kasse mussten, kamen wir auch nicht in den Genuss der Audio-Guides, ein Telefon-ähnliches
Gerät, über das man sich Erläuterungen zu den einzelnen Räumen und Plätzen anhören konnte – schon etwas schade. Auf der Burg endete auch die Führung, die
sich auf jeden Fall gelohnt hatte. Mit den beiden aus Österreich und einem brasilianischen Rucksacktourist haben wir gemeinsam weiter die Stadt unsicher
gemacht. Waren z. B. in einem Park auf einem Hügel, von wo aus man einen guten Überblick über die Stadt hatte und gute Fotos schießen konnte. Wir gondelten durch die Stadt, haben uns viel unterhalten und viel gelacht, die Stimmung war einfach gut und ausgelassen.

Nachdem
wir in einem chinesischen Restaurant zu Abend gegessen hatten, ging jeder seiner Wege, wobei der Brasilianer und ich den selben Weg hatten. und so endete
auch dieser Tag (gegen 23:00 Uhr), der mich in meinem Vorhaben, alleine Urlaub zu machen, nur weiter bestätigt hat. 😉 Ich war weder einsam, alleine usw.,
also alles das nicht, was viele immer prophezeit hatten. 😉


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