Hochzeit als Medienphänomen? Prinz Sowieso heiratet – ja und?

Ein großes Ereignis zog seit geraumer Zeit seine Kreise: Prinz Sowieso (aus der Britischen Königsfamilie) heiratet am 29.04. Ein Ereignis von anscheinend enorm großer Bedeutung; zumindest für die (Medien-)Welt, vor allem aber für Großbritannien.
Seit einigen Wochen redet man über nichts anderes mehr, die Nachrichten sind voll davon und TV-Stationen weltweit stellen heute ihr Programm um. Das „Problem“ ist, es gibt ja auch genügend Leute, die diesem (Medien-)Spektakel beiwohnen, wie gebannt vor dem Flimmerkasten hocken und die Feierlichkeit beobachten. Das Interesse an solchen Ereignissen ist generell groß, in Deutschland und auch in anderen Ländern. Ob es nun eine Hochzeit ist oder die Trauerfeier von Kings (of Pop) oder Ladies. Dies spielt keine Rolle.
Aber was ist so interessant daran? Ist es die Lust auf Sensation? Die Anteilnahme und das Bedürfnis, in irgendeiner Form dabei sein zu wollen? Oder ist es die Bewunderung des Unerreichbaren, des Prunkvollen (denn die Trauerfeiern von Lady Diana oder Michael Jackson waren auf ihre Weise ja auch prunkvoll und wurden in gewisser Hinsicht „bewundert“)?
Dass die Bewohner des Landes, in dem das Spektakel stattfindet, loyal hinter ihrem Königshaus stehen und dieser Hochzeit indirekt beiwohnen wollen, ist ja irgendwo verständlich. Dass sie am heutigen Tage nicht arbeiten müssen, darüber kann man sich streiten. Aber ist die Hochzeit von Prinz Sowieso von so großer Bedeutung für die ganze Welt?
Denn ob Prinz Sowieso heiratet oder in Hamburg ein Sack Reis umfällt – beides ist doch nur für denjenigen bedeutend, den es direkt betrifft. Oder nicht? Und das hat jetzt nichts mit Desinteresse am Weltgeschehen zu tun! Ich nehme es hin. Wundere mich nur immer wieder, dass Leute Stunden damit zubringen können, Ereignisse (ob nun negative oder positive) im Fernsehen zu beobachten. 😉