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Noch drei Sprünge bis zum Abgrund – Warum und Wie ich als Blinder Spielkonsolen nutze

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Für viele Kinder und Jugendliche gehören PC- und Videospiele inzwischen zu ihrem Alltag dazu. Und auch bei Erwachsenen gibt es viele, die diesem Zeitvertreib oder Hobby, mal mehr oder weniger ausgeprägt, nachgehen. Auch ich als Blinder spiele und das mit großer Begeisterung. Jedoch interessieren mich weniger Spiele, welche speziell für unseren Nutzerkreis entwickelt wurden (Beispiel sog. Audiogames) oder solche, die so gestaltet sind, dass wir sie problemlos auch mit Sehenden zusammenspielen können (zahlreiche Smartphone-Games, Quizspiele etc.), sondern konzentriere mich beim Spielgenuss zum Großteil auf herkömmliche Spielekonsolen wie Nintendo, Playstation etc. Wie ich zu solch einem eher ausgefallenen Hobby kam und warum ich solche und nicht die speziell für blinde Gamer entwickelten Spiele bevorzuge,, werde ich oft gefragt. Hier meine Antwort dazu.

Ich sitze vor einem alten C64, meine linke Hand hält den Steuerknüppel eines Joysticks und um mich herum stehen drei/vier Leute und schauen zu | Bild Copyright Christian Ohrens, Location Retro Spiele Club Hamburg

Konsolen spielende Kinder oder: Eine Frage der Erziehung und des Zugangs

Einige seiner Interessen und Hobbys bekommt man häufig als Kind von den Eltern ein Stück weit mit in die Wiege gelegt. Da mein Vater sich für Videospiele begeistern konnte, kam ich schon früh in Kontakt mit C64, Nintendo & co.

Während meiner Schulzeit konnte ich häufig beobachten, dass einige Eltern blinder Kinder ihre Kinder quasi auch „blind erzogen“, damit meine ich, dass sie bei ihrer Erziehung und der Medien- und Spieleauswahl immer die Blindheit im Hinterkopf hatten und diese auch gern als Ausschlusskriterium und Begründung nutzten, warum ihr blindes Kind dieses oder jenes nicht machen soll oder kann. In diesem Bereich fielen bzw. fallen auch ganz klar Videospiele aller Art. Zwar wurde ihnen schon erklärt, um was es sich dabei handelt, viele verwiesen jedoch im gleichen Atemzug darauf, dass man ja blind sei und damit nichts anfangen könne. Ein Ausprobieren fand somit gar nicht erst statt.

Anders bei mir. Da mein Vater und weitere Verwandte ab und zu durchaus zum Joystick oder GameBoy griffen, wurde ich schon recht früh mit derartigen Angeboten konfrontiert. Die Neugier war groß („Was piept da so und gibt so lustige Geräusche von sich?“) und weckte bei mir letzten Endes auch den Wunsch, es selber einmal auszuprobieren.

Viele Dinge in meiner Kindheit geschahen nach dem Motto „geht nicht, gibt’s nicht!“ und so tastete ich mich buchstäblich mit 8 oder 9 Jahren an unseren damaligen Comodore 64 heran und probierte die ersten Spiele aus, anfangs noch mit Unterstützung meiner Eltern, denn ich wollte wissen, was bei welchem Geräusch passierte, zum Schluss jedoch immer mehr auch allein. Es ging mir nie darum, wirklich weit zu kommen, der Ansporn, meine Figur immer länger vor dem Absturz, das Raumschiff vor dem Abschuss zu bewahren, reichten vollends aus. Die Zeit, in der wir den C64 besaßen und auch nutzten, war für mich somit die „Geburtsstunde“ des Videospiele spielens.

Kritiker würden jetzt sagen, dass es doch „besseres“, „schöneres“ und „wichtigeres“ als Kind zu spielen gäbe – keine Sorge, die Vielfalt war da. Es war nur ein weiteres „Angebot“ Seitens meiner Eltern, das ich annahm und ausprobierte – so wie Filme schauen, Fahrrad oder Rollschuh fahren, mit Lego spielen, vorlesen bekommen (und später selber lesen) auch.

Mario vs. Sonic oder: Der Ton macht die Musik… und entscheidet, welche Konsole man spielt

Im Winter ’93 schenkten Teile meiner Familie meinem Vater zu Weihnachten einen Super Nintendo (der Einfachheit halber weiter als SNES abgekürzt). Mit im Paket befand sich der elegendäre SNES-Klassiker „Super Mario World“. Kaum ausgepackt und angeschlossen, stellte ich beim ersten Mithören schnell fest, dass der Sound bei dieser Konsole um Längen besser und detaillierter zu sein scheint, als noch beim dagegen quäkigen C64. Ein Ausprobieren war somit auch hier vorprogrammiert… ähm, wer bekam noch mal die Konsole geschenkt? 😉

Es folgten in den nächsten Jahren viele weitere Spiele, die mein Vater sich entweder aus der Videothek mitbrachte oder selber kaufte. Ich fand für mich heraus, dass es durchaus Spiele gibt, die sich blind nur schwer spielen lassen. Auch wenn mein Vater ein sehr gutes Gespür dafür entwickelte, welches Spiel ich mal ausprobieren könnte und welches eher nicht, die Neugier, alles was da war mindestens einmal ausprobiert zu haben, war trotzdem da. Klappte ein Spiel nicht und ich hätte somit ruhig auf das väterliche Urteil hören sollen, war die Frustration jedoch eher gering.

Es blieb jedoch nicht beim SNES. Ostern ’94 wünschte ich mir einen eigenen GameBoy, was meine Eltern wohl weniger, dafür jedoch den Rest der Verwandtschaft schon arg verwunderte. Sie konnten das Phänomen „blindes, konsolenspielendes Kind“ noch nicht ganz begreifen. Und oft hörte ich hinter vorgehaltener Hand die Leute fragen: „Was hat er davon? Er sieht es doch nicht?!“ Die Vehemenz, mit der ich hier am Ball blieb und auch vor ihren Augen – um meinen Vater zu zitieren – mit einer Geduld spielte, die er teilweise nicht aufbrachte, konnten sie dann doch eines besseren belehren.

An dieser Stelle eine kleine Anekdote. Waren wir im Urlaub, habe ich es im Handumdrehen geschafft, sämtlichen Leuten, die mich beobachtet, ja teilweise sogar angestarrt hatten, die Gesichtszüge entgleisen zu lassen. Im ersten Moment noch ein Buch in Blindenschrift gelesen, was bei vielen schon faszinierte Blicke hervorrief, dann das Buch weggepackt, Kopfhörer aufgesetzt und den Stecker dann nicht in einen Walk- oder Diskman, sondern in den mitgebrachten GameBoy gesteckt. Meine Eltern berichteten mir dann später immer, wie irritiert ich von manchen danach begafft worden war – jedoch angesprochen und Fragen gestellt haben uns natürlich die wenigsten.

Ein Jahr später fand ein kleiner Systemwechsel statt. Ich „erbte“ sozusagen den SNES meines Vaters, da er sich eine Sega Megadrive Konsole zugelegt hatte. Jedoch konnten mich Sonic & co nicht richtig überzeugen. Auch wenn es auf den Sega-Konsolen durchaus blind spielbare Spiele gegeben hätte, der für den Megadrive typische Sound konnte mich nicht überzeugen und zum Weiterspielen animieren. Natürlich war ich vom C64 oder vom eigenen GameBoy minimalistische Soundszenarien gewohnt, aber trotzdem wurden der Sega und ich nicht so richtig warm – und wie ich heute weiß, erging es vielen sehenden Spielern da ähnlich; zwar nicht des Tones wegen, da gab es dann andere Ausschlusskriterien.

Weitere Kennenlernstationen waren der N64, die Playstation 1 sowie während eines Tunesienurlaubs auch ein klassischer Spielhallenautomat, auf dem ein Kampfspiel vorinstalliert war.

„Wenn es knallt noch ’nen Meter“… oder: Als Blinder Videospiele erlernen

Egal, um welche Konsole oder welches Spiel es sich handelt, das Prinzip, wie ich mir neue Spiele aneigne, ist eigentlich stets dasselbe.

Spiele kennenlernen und zuhören. Von 0 auf 100? Das geht nicht. Wer noch nie mit Videospielen zu tun hatte, sollte anfangs sich erst mal mit spieletypischen Sounds und Strukturen auseinandersetzen. So habe ich es anfangs auch getan. Ich konnte Stunden damit verbringen, bei meinem Vater zu sitzen und ihm beim Spielen einfach nur zuzuhören und ab und an Fragen zur Handlung oder den Geräuschen zu stellen. Denn viele genretypischen Sounds ähneln sich sehr stark. Das Springen in einem Jump and Run Abenteuer, das Einsammeln von Dingen, Laserfeuer und Explosionen, Schläge etc. Viele Sounds finden sich in abgewandelten Formen in verschiedensten Spielen und Genres immer wieder.

Worum geht es? Hierunter fallen nicht nur die Story und die Aufgabe sondern durchaus auch das Genre. Denn wie eben schon erwähnt, weiß ich auch, was geräuschtechnisch ungefähr auf mich zukommen wird. Dieses Wissen ist vor allem dann wichtig, wenn ich Spiele zum ersten Mal spiele und niemanden Sehendes für eine erste Einweisung zugegen ist.

Strukturen und Abläufe erkennen. Wenn ich nicht sehe, wann der Abgrund kommt, muss ich mir andere, markante Punkte merken, wo ungefähr der Abgrund kommen könnte. Die Musik ist dabei kein guter Anhaltspunkt. Verzögert sich der Spielablauf durch irgendwas nur ein wenig (drückt man z. B. auf Pause und das Spiel ist so programmiert, dass die Musik im Hintergrund weiterläuft), sind alle Taktzählereien für die Katz. Generell zähle ich nur sehr selten in Spielen Sprünge, Schüsse, Schläge, Takte etc. Ich merke mir grob den Tonablauf, was sammele ich zu erst, was gibt es für Besonderheiten, was verändert sich usw. und versuche, mir so wichtige Spielpunkte zu erarbeiten und zu merken. Es kann helfen, sich sog. „Let’s Plays“ anzuschauen bzw. anzuhören. Mein Vater hatte seiner Zeit bei allen unseren Spielen das jeweils erste Level auf Kassette aufgenommen, sodass ich eine erste Orientierung hatte. Heute gibt es für sowas YouTube, so lange der Spieler nicht andauernd in sein Video reinlabert und ich somit von der Geräuschkulisse nichts mehr mitbekommen kann.

Bewegungsabläufe merken. In vielen Spielen gibt es gewisse Bewegungsabläufe (z. B. in „Super Mario“ beim Auffinden des Pilzes, um zu wachsen, bei Donkey Kong das charakteristische Klopfen des Affen im Fass, damit man ihn befreit usw.). Diese erlerne ich entweder im Beisein sehender Spieler oder durch bloßes Ausprobieren. Dank Internet sind viele Manuals zu zahlreichen Konsolenspielen online abrufbar und Mitglieder in Spieleforen geben bereitwillig Auskunft, in den Neunzigern und frühen Zweitausendern jedoch hieß es für mich einfach „try or die“!

Schwierigkeitsgrad senken. Viele Spiele erlauben es, die Schwierigkeitsstufe herabzusenken. Gerade bei Kampf- und Actionspielen ist dies sehr zu empfehlen.

Geduld ist der größte Bonus im Spiel! Blind zu spielen bedeutet auch, geduldig mit sich selbst zu sein. Auch der Sehende kommt nicht sofort bis ans Levelende und benötigt mehrere Anläufe. Wie oben erwähnt, bewunderte mich mein Vater teilweise für meine Geduld, es immer und immer wieder zu versuchen – wie oft warf er wutentbrannt das Gamepad beiseite, weil etwas nicht so klappte, wie er es im Spiel wollte. Manchmal, gerade auch bei neueren Konsolen, erschließen sich die Sounds im Spiel mir nicht sofort, da heißt es, durch Herumprobieren den richtigen Weg zu finden.

Sidescroller vs. Open World? Viele Spiele auf alten Konsolen folgen dem Sidescroller-Prinzip, d. h. die Steuerung lässt nur ein Vorwärts- oder Rückwärtslaufen der Figuren zu. Auch wenn viele Spiele eine 3D-Optik besitzen und die Perspektive wechselt, die Steuerung bleibt immer gleich. Anders beim „Open World“ Konzept, bei dem die Steuerung in alle Himmelsrichtungen erfolgen kann. Da es bei Letzterem noch mehr Spielraum, noch mehr Laufmöglichkeiten und somit weniger Anhaltspunkte gibt, fallen solche Spiele für mich eher weg. Ein Grund, warum ich mich auch eher auf alte Spielekonsolen konzentriere und nicht auch beispielsweise der X-Box oder der PS4 eine Chance gebe.

Warum ich als Blinder nun Konsolenspiele spiele oder: Konsole vs. Audiogame

Es gibt sie tatsächlich, für blinde Gamer entwickelte, sog. Audiogames. Der Name ist Programm, das Hauptaugenmerk liegt hier im Sounddesign, nur wenige Spiele verfügen über eine Grafik. Die Vielfalt reicht hier von teilweise sehr einfach gestrickten Spielen bis hin zu ausgeklügelten Action Adventures. Warum also nicht die Palette an Spezialangeboten nutzen, anstatt auf das zurückzugreifen, was eh nur eingeschränkt funktioniert?

Vielleicht bin ich ein Gewohnheitstier. Ich habe Spiele als Konsole kennengelernt, ohne Computer etc. Und auch heute empfinde ich es als mal sehr angenehm, wenn man mal nicht am PC hockt und theoretisch nebenbei mit E-Mails und anderen Nachrichten konfrontiert wird. Spielen ist eine Ablenkung und da darf der Computer ruhig aus mal ausbleiben – genau wie das Smartphone. Denn auch für unser kleines Taschenbüro gibt es inzwischen einige Spiele, die noch nicht einmal speziell für einen blinden Spielerkreis konzipiert wurden, jedoch sowohl von blinden als auch sehenden Gamern gespielt werden können. Auch wenn das Sounddesign in solchen Spielen, aber auch in Audiogames um ein Vielfaches besser ist, greife ich dennoch auf die Nostalgie zurück.

Ein weiterer Punkt ist, dass Spielen ein kurzweiliger Zeitvertreib ist. Mal für ein Stündchen, vielleicht auch zwei spielen und kurz abtauchen reicht. Ich brauche hierfür kein großartiges Storytelling, keine tiefgründigen Hintergründe, um ein Spiel spielen zu wollen. Und ganz wichtig: Ich spiele, weil es mir Spaß macht. Das bedeutet, es spielt keine große Rolle, ob ich das Level nun schaffe oder nicht. Den Ansporn, ein Spiel von Anfang mit Ende durchspielen zu müssen, verspüre ich nicht. Es ist schön, ein Level zu schaffen, es ist aber auch nicht schlimm, es nicht zu schaffen. Der Spaß am Spielen an sich ist schon befriedigend genug. Wo andere sich zwei Stunden lang nur einem Spiel widmen, versuche ich mich durchaus in mehreren Spielen.

Zwischen Spielhalle, Arena und Fantasiewelten oder: Welche Genres sich blind durchaus spielen lassen

Jump and Run: Das Durchlaufen (oder Durchspringen) verschiedener Welten, Sammeln von Leben und anderen wichtigen Dingen und Gegenständen stehen simpel gesagt im Mittelpunkt vieler solcher Spiele. Sind sie Sidescroller, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, sie zumindest ein wenig spielen zu können. Oftmals sind die Welten und Levels jedoch so konzipiert, die Pfade zu verschlungen, die Hindernisse zu hoch, dass man blind keinen Zugang zu ihnen finden kann, höchstens unter sehender Anleitung. Durchaus spielbare Titel sind z. B.: Super Mario World/Allstars (SNES), Super Mario Bros (NES), Super Mario Land 2 (GB), Super Mario Land 3/Warioland (GB), Bubsy (SNES), Mickey Mouse Magical Quest (z. B. SNES, GBA), Donkey Cong Land (GB), Donkey Kong Country 1 o 2 (SNES), Flinstones (SNES), Ducktales (NES, GB), Die Schlümpfe (GB), Yogi Bear (GB), Mr. Nuts (SNES), Rayman (PS1).

Fighting/Kampfspiele: In diesem Genre hat man als blinder Spieler die meisten Chancen, spielbare Titel zu finden. Vor allem, wenn man sich Combos und Moves von Spielen wie z. B. „Street Fighter“ aneignet, denn viele andere Hersteller haben diese auch in ihre Spiele mit übernommen. Die meisten Kampfspiele sind steuerungstechnisch Sidescroller, auch wenn die Grafik oftmals anderes vermuten lässt. Es lohnt sich einmal zu verlieren, um zu wissen, wer der Gegner ist und wer man selbst. Zu 90% geben die Charaktäre in solchen Spielen auch kurze Shouts bei Schlägen, Combos oder Treffern von sich, sodass gut zu erkennen ist, wer gerade am Zug bzw. Schlag war. Manche Spiele verfügen zudem nicht nur über den Hinweis „You Win“ am Ende einer Runde, sondern auch über einer namentlichen Nennung des Gewinners. Dies hilft nur dann weiter, wenn man genau weiß, welchen Charakter man spielt. Die Auswahl an spielbaren Titeln ist unüberschaubar, daher hier nur eine kleine Auswahl: Street Fighter Reihe (SNES, PS1-2, vor allem die Ex- oder Alpha Reihe), Tekken 1-3 (PS1), Tekken 4 (PS2), Dead or Alive (PS1), Virtua Fighter 4 (PS2), Battle Arena Toshiden Reihe (PS1), Blody Roar (PS1), Teenage Mutant Ninja turtles Tournament Fighter (SNES), Super Virginia Girls (SNES), Fatal Fury 2 o Special (SNES), Soul Blade (PS1), King of Fighters Reihe (PS1/PS2), Double Dragon 5 (SNES), Fighter’s History (SNES), Fighter Story 2 (SNES), Mortal Kombat Reihe (SNES, PS1/PS2), Kensai (PS1).

Beat bzw. Shot ‚em Up: Actiongeladene Abenteuer, welche sowohl Elemente aus Fighting als auch Jump and Run Abenteuern enthalten, bietet dieses Genre. Hier geht es weniger um trickreiches Kämpfen mittels Tricks, eine Mission bzw. Aufgabe steht bei vielen Spielen klar im Mittelpunkt. Auch in diesem Genre sind durchaus einige Spiele spielbar, z. B. folgende Titel: Teenage Mutant Ninja Turtles 4 (SNES), Turtles 1-3 (GB), Captain America (SNES), X-Men (SNES), Mega Man (GB, NES, SNES), Final Fight 1-3 (SNES), Legend (PS1), Power Rangers Cars (SNES).

Shhooting: Ob Weltraumabenteuer in fernen Galaxien oder Balleraction auf der Erde, auch in diesem Genre finden sich ebenfalls ein paar spielbare Spiele. Zu beachten ist dabei jedoch, dass es in vielen Spielen möglich ist, sein Flugobjekt nicht nur nach oben und unten, sondern auch zusätzlich vor und zurück zu steuern; ein wenig Übung macht bei einigen Spielen auch hier nach der Zeit den Meister. Spielbar wären z. B.: Pop’n Twin Bee (SNES), Parodius Reihe (SNES), Gradius Reihe (SNES), Space Invaders (versch Plattformen), R-Type (versch Plattformen), Starfox (SNES), Super Drop Zone (SNES, oder Drop Zone auf C64 bzw. GB), Solar Striker (GB), Phalanx (SNES, GBA).

Sport: Eines mit der wohl schwersten Genres, wenn es um die Spielbarkeit durch Blinde geht. Aber mit Einschränkungen und/oder ein wenig Geduld lassen sich auch hier durchaus Spiele finden. Zumal einige Autorennspiele auf der Playstation über einen Copiloten verfügen, der einem die Richtung ansagt. Falls es diesen nicht gibt, wenns knallt einfach probieren, ob es nun nach rechts oder links weitergeht. Und wer auf Fußball steht, sollte unbedingt die FIFA-Spiele für die PS1 und PS2 probieren, sich hier jedoch von einem Sehenden anfangs ein wenig helfen lassen. Spielbare Titel in diesem Genre wären z. B.: Formel 1 diverse Titel (GB, SNES, PS1), V-Rally Reihe (PS1/PS2), Fifa Reihe (nur auf PS1/PS2 mit Kommentator, bis Fifa 2011 auch mit recht einfacher Spielersteuerung), Street Racer (GB).

Weitere Spiele: Ob Quizspiel oder Flipperautomat, neben den üblichen Genres gibt es durchaus noch weitere Titel, die durchaus einen Versuch wert sind. Beim Flipperautomaten (Pinball) z. B., hört man sehr gut, wenn sich die beiden Arme bewegen und verschiedene Bonusse abgeräumt werden. Wenn man etwas sucht, findet sich auch durchaus ein gutes Quiz, bei dem die Fragen vom Quizmaster vorgelesen werden. Lieber doch was ganz anderes probieren? Wie wäre es mit dem Klassiker Bomberman, nur vorsicht, dass man sich nicht „versehentlich“ selber in die Luft sprengt. Auch hier eine kleine Auswahl: You Don’t Know Jack (PS1), True Pinball (PS1), Kirby’s Pinball (GB), Pokemon Pinball (GBC, mit Vibrationsfeedback), Pinball Dreams (SNES), Pinball Fantasy (SNES), Pacman (versch Plattformen), Bomberman Reihe (versch Plattformen), Wario Blast (GB), Hugo (PS1), Hugo 2 (GB).

Diese Liste ist keineswegs komplett, wird jedoch stetig ergänzt!

Fazit

Zugegeben, blind alte Konsolen zu spielen gehört wohl zu einem eher ungewöhnlichen Hobby. Warum ich, obwohl ich den Spielablauf etc. nicht sehen kann, trotzdem lieber zur Spielekonsole anstatt zu „besser“ spielbaren Titeln zurückgreife, wie es zu dieser Begeisterung kam und welche Genres sich durchaus auch blind spielen lassen, darauf sollte dieser Artikel eine erste Antwort geben.

Wo andere stundenlang in virtuellen Welten versinken, ist Spielen für mich eine kurzzeitige Ablenkung, ob zum Zeitvertreib oder als Ausgleich für einen Tag am Schreibtisch. Für mich war es auch ganz „natürlich“, auch schon als Kind dies auszuprobieren und mich nicht, wie leider vielzuviele, sich nur auf das zu konzentrieren, was offensichtlich zugänglich und für „Blinde geeignet“ erscheint.

Es gibt wenig Gleichgesinnte, zumindest sind mir in all den Jahren, in denen ich schon Videospiele spiele, nur sehr wenige begegnet. Zu groß scheint die Hürde zu sein, etwas anzufangen, was auf dem ersten Blick nicht für unseren Personenkreis gedacht bzw. gemacht ist. Da haben es die sehenden Spieler umso leichter, vor allem in Zeiten von Social Media, schnell Spieleinteressierte zum Austauschen oder für schnellen, guten Rat zu finden.

Ich möchte daher diejenigen ermutigen, die dem Thema Computer- oder Videospiele nicht ganz abgeneigt sind, es selber einmal auszuprobieren – denn nur Versuch macht klug und Ihr habt nichts zu verlieren, außer ein virtuelles Leben und ein bisschen Zeit. 😉