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Noch drei Sprünge bis zum Abgrund – Warum und Wie ich als Blinder Spielkonsolen nutze

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Für viele Kinder und Jugendliche gehören PC- und Videospiele inzwischen zu ihrem Alltag dazu. Und auch bei Erwachsenen gibt es viele, die diesem Zeitvertreib oder Hobby, mal mehr oder weniger ausgeprägt, nachgehen. Auch ich als Blinder spiele und das mit großer Begeisterung. Jedoch interessieren mich weniger Spiele, welche speziell für unseren Nutzerkreis entwickelt wurden (Beispiel sog. Audiogames) oder solche, die so gestaltet sind, dass wir sie problemlos auch mit Sehenden zusammenspielen können (zahlreiche Smartphone-Games, Quizspiele etc.), sondern konzentriere mich beim Spielgenuss zum Großteil auf herkömmliche Spielekonsolen wie Nintendo, Playstation etc. Wie ich zu solch einem eher ausgefallenen Hobby kam und warum ich solche und nicht die speziell für blinde Gamer entwickelten Spiele bevorzuge,, werde ich oft gefragt. Hier meine Antwort dazu.

Ich sitze vor einem alten C64, meine linke Hand hält den Steuerknüppel eines Joysticks und um mich herum stehen drei/vier Leute und schauen zu | Bild Copyright Christian Ohrens, Location Retro Spiele Club Hamburg

Konsolen spielende Kinder oder: Eine Frage der Erziehung und des Zugangs

Einige seiner Interessen und Hobbys bekommt man häufig als Kind von den Eltern ein Stück weit mit in die Wiege gelegt. Da mein Vater sich für Videospiele begeistern konnte, kam ich schon früh in Kontakt mit C64, Nintendo & co.

Während meiner Schulzeit konnte ich häufig beobachten, dass einige Eltern blinder Kinder ihre Kinder quasi auch „blind erzogen“, damit meine ich, dass sie bei ihrer Erziehung und der Medien- und Spieleauswahl immer die Blindheit im Hinterkopf hatten und diese auch gern als Ausschlusskriterium und Begründung nutzten, warum ihr blindes Kind dieses oder jenes nicht machen soll oder kann. In diesem Bereich fielen bzw. fallen auch ganz klar Videospiele aller Art. Zwar wurde ihnen schon erklärt, um was es sich dabei handelt, viele verwiesen jedoch im gleichen Atemzug darauf, dass man ja blind sei und damit nichts anfangen könne. Ein Ausprobieren fand somit gar nicht erst statt.

Anders bei mir. Da mein Vater und weitere Verwandte ab und zu durchaus zum Joystick oder GameBoy griffen, wurde ich schon recht früh mit derartigen Angeboten konfrontiert. Die Neugier war groß („Was piept da so und gibt so lustige Geräusche von sich?“) und weckte bei mir letzten Endes auch den Wunsch, es selber einmal auszuprobieren.

Viele Dinge in meiner Kindheit geschahen nach dem Motto „geht nicht, gibt’s nicht!“ und so tastete ich mich buchstäblich mit 8 oder 9 Jahren an unseren damaligen Comodore 64 heran und probierte die ersten Spiele aus, anfangs noch mit Unterstützung meiner Eltern, denn ich wollte wissen, was bei welchem Geräusch passierte, zum Schluss jedoch immer mehr auch allein. Es ging mir nie darum, wirklich weit zu kommen, der Ansporn, meine Figur immer länger vor dem Absturz, das Raumschiff vor dem Abschuss zu bewahren, reichten vollends aus. Die Zeit, in der wir den C64 besaßen und auch nutzten, war für mich somit die „Geburtsstunde“ des Videospiele spielens.

Kritiker würden jetzt sagen, dass es doch „besseres“, „schöneres“ und „wichtigeres“ als Kind zu spielen gäbe – keine Sorge, die Vielfalt war da. Es war nur ein weiteres „Angebot“ Seitens meiner Eltern, das ich annahm und ausprobierte – so wie Filme schauen, Fahrrad oder Rollschuh fahren, mit Lego spielen, vorlesen bekommen (und später selber lesen) auch.

Mario vs. Sonic oder: Der Ton macht die Musik… und entscheidet, welche Konsole man spielt

Im Winter ’93 schenkten Teile meiner Familie meinem Vater zu Weihnachten einen Super Nintendo (der Einfachheit halber weiter als SNES abgekürzt). Mit im Paket befand sich der elegendäre SNES-Klassiker „Super Mario World“. Kaum ausgepackt und angeschlossen, stellte ich beim ersten Mithören schnell fest, dass der Sound bei dieser Konsole um Längen besser und detaillierter zu sein scheint, als noch beim dagegen quäkigen C64. Ein Ausprobieren war somit auch hier vorprogrammiert… ähm, wer bekam noch mal die Konsole geschenkt? 😉

Es folgten in den nächsten Jahren viele weitere Spiele, die mein Vater sich entweder aus der Videothek mitbrachte oder selber kaufte. Ich fand für mich heraus, dass es durchaus Spiele gibt, die sich blind nur schwer spielen lassen. Auch wenn mein Vater ein sehr gutes Gespür dafür entwickelte, welches Spiel ich mal ausprobieren könnte und welches eher nicht, die Neugier, alles was da war mindestens einmal ausprobiert zu haben, war trotzdem da. Klappte ein Spiel nicht und ich hätte somit ruhig auf das väterliche Urteil hören sollen, war die Frustration jedoch eher gering.

Es blieb jedoch nicht beim SNES. Ostern ’94 wünschte ich mir einen eigenen GameBoy, was meine Eltern wohl weniger, dafür jedoch den Rest der Verwandtschaft schon arg verwunderte. Sie konnten das Phänomen „blindes, konsolenspielendes Kind“ noch nicht ganz begreifen. Und oft hörte ich hinter vorgehaltener Hand die Leute fragen: „Was hat er davon? Er sieht es doch nicht?!“ Die Vehemenz, mit der ich hier am Ball blieb und auch vor ihren Augen – um meinen Vater zu zitieren – mit einer Geduld spielte, die er teilweise nicht aufbrachte, konnten sie dann doch eines besseren belehren.

An dieser Stelle eine kleine Anekdote. Waren wir im Urlaub, habe ich es im Handumdrehen geschafft, sämtlichen Leuten, die mich beobachtet, ja teilweise sogar angestarrt hatten, die Gesichtszüge entgleisen zu lassen. Im ersten Moment noch ein Buch in Blindenschrift gelesen, was bei vielen schon faszinierte Blicke hervorrief, dann das Buch weggepackt, Kopfhörer aufgesetzt und den Stecker dann nicht in einen Walk- oder Diskman, sondern in den mitgebrachten GameBoy gesteckt. Meine Eltern berichteten mir dann später immer, wie irritiert ich von manchen danach begafft worden war – jedoch angesprochen und Fragen gestellt haben uns natürlich die wenigsten.

Ein Jahr später fand ein kleiner Systemwechsel statt. Ich „erbte“ sozusagen den SNES meines Vaters, da er sich eine Sega Megadrive Konsole zugelegt hatte. Jedoch konnten mich Sonic & co nicht richtig überzeugen. Auch wenn es auf den Sega-Konsolen durchaus blind spielbare Spiele gegeben hätte, der für den Megadrive typische Sound konnte mich nicht überzeugen und zum Weiterspielen animieren. Natürlich war ich vom C64 oder vom eigenen GameBoy minimalistische Soundszenarien gewohnt, aber trotzdem wurden der Sega und ich nicht so richtig warm – und wie ich heute weiß, erging es vielen sehenden Spielern da ähnlich; zwar nicht des Tones wegen, da gab es dann andere Ausschlusskriterien.

Weitere Kennenlernstationen waren der N64, die Playstation 1 sowie während eines Tunesienurlaubs auch ein klassischer Spielhallenautomat, auf dem ein Kampfspiel vorinstalliert war.

„Wenn es knallt noch ’nen Meter“… oder: Als Blinder Videospiele erlernen

Egal, um welche Konsole oder welches Spiel es sich handelt, das Prinzip, wie ich mir neue Spiele aneigne, ist eigentlich stets dasselbe.

Spiele kennenlernen und zuhören. Von 0 auf 100? Das geht nicht. Wer noch nie mit Videospielen zu tun hatte, sollte anfangs sich erst mal mit spieletypischen Sounds und Strukturen auseinandersetzen. So habe ich es anfangs auch getan. Ich konnte Stunden damit verbringen, bei meinem Vater zu sitzen und ihm beim Spielen einfach nur zuzuhören und ab und an Fragen zur Handlung oder den Geräuschen zu stellen. Denn viele genretypischen Sounds ähneln sich sehr stark. Das Springen in einem Jump and Run Abenteuer, das Einsammeln von Dingen, Laserfeuer und Explosionen, Schläge etc. Viele Sounds finden sich in abgewandelten Formen in verschiedensten Spielen und Genres immer wieder.

Worum geht es? Hierunter fallen nicht nur die Story und die Aufgabe sondern durchaus auch das Genre. Denn wie eben schon erwähnt, weiß ich auch, was geräuschtechnisch ungefähr auf mich zukommen wird. Dieses Wissen ist vor allem dann wichtig, wenn ich Spiele zum ersten Mal spiele und niemanden Sehendes für eine erste Einweisung zugegen ist.

Strukturen und Abläufe erkennen. Wenn ich nicht sehe, wann der Abgrund kommt, muss ich mir andere, markante Punkte merken, wo ungefähr der Abgrund kommen könnte. Die Musik ist dabei kein guter Anhaltspunkt. Verzögert sich der Spielablauf durch irgendwas nur ein wenig (drückt man z. B. auf Pause und das Spiel ist so programmiert, dass die Musik im Hintergrund weiterläuft), sind alle Taktzählereien für die Katz. Generell zähle ich nur sehr selten in Spielen Sprünge, Schüsse, Schläge, Takte etc. Ich merke mir grob den Tonablauf, was sammele ich zu erst, was gibt es für Besonderheiten, was verändert sich usw. und versuche, mir so wichtige Spielpunkte zu erarbeiten und zu merken. Es kann helfen, sich sog. „Let’s Plays“ anzuschauen bzw. anzuhören. Mein Vater hatte seiner Zeit bei allen unseren Spielen das jeweils erste Level auf Kassette aufgenommen, sodass ich eine erste Orientierung hatte. Heute gibt es für sowas YouTube, so lange der Spieler nicht andauernd in sein Video reinlabert und ich somit von der Geräuschkulisse nichts mehr mitbekommen kann.

Bewegungsabläufe merken. In vielen Spielen gibt es gewisse Bewegungsabläufe (z. B. in „Super Mario“ beim Auffinden des Pilzes, um zu wachsen, bei Donkey Kong das charakteristische Klopfen des Affen im Fass, damit man ihn befreit usw.). Diese erlerne ich entweder im Beisein sehender Spieler oder durch bloßes Ausprobieren. Dank Internet sind viele Manuals zu zahlreichen Konsolenspielen online abrufbar und Mitglieder in Spieleforen geben bereitwillig Auskunft, in den Neunzigern und frühen Zweitausendern jedoch hieß es für mich einfach „try or die“!

Schwierigkeitsgrad senken. Viele Spiele erlauben es, die Schwierigkeitsstufe herabzusenken. Gerade bei Kampf- und Actionspielen ist dies sehr zu empfehlen.

Geduld ist der größte Bonus im Spiel! Blind zu spielen bedeutet auch, geduldig mit sich selbst zu sein. Auch der Sehende kommt nicht sofort bis ans Levelende und benötigt mehrere Anläufe. Wie oben erwähnt, bewunderte mich mein Vater teilweise für meine Geduld, es immer und immer wieder zu versuchen – wie oft warf er wutentbrannt das Gamepad beiseite, weil etwas nicht so klappte, wie er es im Spiel wollte. Manchmal, gerade auch bei neueren Konsolen, erschließen sich die Sounds im Spiel mir nicht sofort, da heißt es, durch Herumprobieren den richtigen Weg zu finden.

Sidescroller vs. Open World? Viele Spiele auf alten Konsolen folgen dem Sidescroller-Prinzip, d. h. die Steuerung lässt nur ein Vorwärts- oder Rückwärtslaufen der Figuren zu. Auch wenn viele Spiele eine 3D-Optik besitzen und die Perspektive wechselt, die Steuerung bleibt immer gleich. Anders beim „Open World“ Konzept, bei dem die Steuerung in alle Himmelsrichtungen erfolgen kann. Da es bei Letzterem noch mehr Spielraum, noch mehr Laufmöglichkeiten und somit weniger Anhaltspunkte gibt, fallen solche Spiele für mich eher weg. Ein Grund, warum ich mich auch eher auf alte Spielekonsolen konzentriere und nicht auch beispielsweise der X-Box oder der PS4 eine Chance gebe.

Warum ich als Blinder nun Konsolenspiele spiele oder: Konsole vs. Audiogame

Es gibt sie tatsächlich, für blinde Gamer entwickelte, sog. Audiogames. Der Name ist Programm, das Hauptaugenmerk liegt hier im Sounddesign, nur wenige Spiele verfügen über eine Grafik. Die Vielfalt reicht hier von teilweise sehr einfach gestrickten Spielen bis hin zu ausgeklügelten Action Adventures. Warum also nicht die Palette an Spezialangeboten nutzen, anstatt auf das zurückzugreifen, was eh nur eingeschränkt funktioniert?

Vielleicht bin ich ein Gewohnheitstier. Ich habe Spiele als Konsole kennengelernt, ohne Computer etc. Und auch heute empfinde ich es als mal sehr angenehm, wenn man mal nicht am PC hockt und theoretisch nebenbei mit E-Mails und anderen Nachrichten konfrontiert wird. Spielen ist eine Ablenkung und da darf der Computer ruhig aus mal ausbleiben – genau wie das Smartphone. Denn auch für unser kleines Taschenbüro gibt es inzwischen einige Spiele, die noch nicht einmal speziell für einen blinden Spielerkreis konzipiert wurden, jedoch sowohl von blinden als auch sehenden Gamern gespielt werden können. Auch wenn das Sounddesign in solchen Spielen, aber auch in Audiogames um ein Vielfaches besser ist, greife ich dennoch auf die Nostalgie zurück.

Ein weiterer Punkt ist, dass Spielen ein kurzweiliger Zeitvertreib ist. Mal für ein Stündchen, vielleicht auch zwei spielen und kurz abtauchen reicht. Ich brauche hierfür kein großartiges Storytelling, keine tiefgründigen Hintergründe, um ein Spiel spielen zu wollen. Und ganz wichtig: Ich spiele, weil es mir Spaß macht. Das bedeutet, es spielt keine große Rolle, ob ich das Level nun schaffe oder nicht. Den Ansporn, ein Spiel von Anfang mit Ende durchspielen zu müssen, verspüre ich nicht. Es ist schön, ein Level zu schaffen, es ist aber auch nicht schlimm, es nicht zu schaffen. Der Spaß am Spielen an sich ist schon befriedigend genug. Wo andere sich zwei Stunden lang nur einem Spiel widmen, versuche ich mich durchaus in mehreren Spielen.

Zwischen Spielhalle, Arena und Fantasiewelten oder: Welche Genres sich blind durchaus spielen lassen

Jump and Run: Das Durchlaufen (oder Durchspringen) verschiedener Welten, Sammeln von Leben und anderen wichtigen Dingen und Gegenständen stehen simpel gesagt im Mittelpunkt vieler solcher Spiele. Sind sie Sidescroller, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, sie zumindest ein wenig spielen zu können. Oftmals sind die Welten und Levels jedoch so konzipiert, die Pfade zu verschlungen, die Hindernisse zu hoch, dass man blind keinen Zugang zu ihnen finden kann, höchstens unter sehender Anleitung. Durchaus spielbare Titel sind z. B.: Super Mario World/Allstars (SNES), Super Mario Bros (NES), Super Mario Land 2 (GB), Super Mario Land 3/Warioland (GB), Bubsy (SNES), Mickey Mouse Magical Quest (z. B. SNES, GBA), Donkey Cong Land (GB), Donkey Kong Country 1 o 2 (SNES), Flinstones (SNES), Ducktales (NES, GB), Die Schlümpfe (GB), Yogi Bear (GB), Mr. Nuts (SNES), Rayman (PS1).

Fighting/Kampfspiele: In diesem Genre hat man als blinder Spieler die meisten Chancen, spielbare Titel zu finden. Vor allem, wenn man sich Combos und Moves von Spielen wie z. B. „Street Fighter“ aneignet, denn viele andere Hersteller haben diese auch in ihre Spiele mit übernommen. Die meisten Kampfspiele sind steuerungstechnisch Sidescroller, auch wenn die Grafik oftmals anderes vermuten lässt. Es lohnt sich einmal zu verlieren, um zu wissen, wer der Gegner ist und wer man selbst. Zu 90% geben die Charaktäre in solchen Spielen auch kurze Shouts bei Schlägen, Combos oder Treffern von sich, sodass gut zu erkennen ist, wer gerade am Zug bzw. Schlag war. Manche Spiele verfügen zudem nicht nur über den Hinweis „You Win“ am Ende einer Runde, sondern auch über einer namentlichen Nennung des Gewinners. Dies hilft nur dann weiter, wenn man genau weiß, welchen Charakter man spielt. Die Auswahl an spielbaren Titeln ist unüberschaubar, daher hier nur eine kleine Auswahl: Street Fighter Reihe (SNES, PS1-2, vor allem die Ex- oder Alpha Reihe), Tekken 1-3 (PS1), Tekken 4 (PS2), Dead or Alive (PS1), Virtua Fighter 4 (PS2), Battle Arena Toshiden Reihe (PS1), Blody Roar (PS1), Teenage Mutant Ninja turtles Tournament Fighter (SNES), Super Virginia Girls (SNES), Fatal Fury 2 o Special (SNES), Soul Blade (PS1), King of Fighters Reihe (PS1/PS2), Double Dragon 5 (SNES), Fighter’s History (SNES), Fighter Story 2 (SNES), Mortal Kombat Reihe (SNES, PS1/PS2), Kensai (PS1).

Beat bzw. Shot ‚em Up: Actiongeladene Abenteuer, welche sowohl Elemente aus Fighting als auch Jump and Run Abenteuern enthalten, bietet dieses Genre. Hier geht es weniger um trickreiches Kämpfen mittels Tricks, eine Mission bzw. Aufgabe steht bei vielen Spielen klar im Mittelpunkt. Auch in diesem Genre sind durchaus einige Spiele spielbar, z. B. folgende Titel: Teenage Mutant Ninja Turtles 4 (SNES), Turtles 1-3 (GB), Captain America (SNES), X-Men (SNES), Mega Man (GB, NES, SNES), Final Fight 1-3 (SNES), Legend (PS1), Power Rangers Cars (SNES).

Shhooting: Ob Weltraumabenteuer in fernen Galaxien oder Balleraction auf der Erde, auch in diesem Genre finden sich ebenfalls ein paar spielbare Spiele. Zu beachten ist dabei jedoch, dass es in vielen Spielen möglich ist, sein Flugobjekt nicht nur nach oben und unten, sondern auch zusätzlich vor und zurück zu steuern; ein wenig Übung macht bei einigen Spielen auch hier nach der Zeit den Meister. Spielbar wären z. B.: Pop’n Twin Bee (SNES), Parodius Reihe (SNES), Gradius Reihe (SNES), Space Invaders (versch Plattformen), R-Type (versch Plattformen), Starfox (SNES), Super Drop Zone (SNES, oder Drop Zone auf C64 bzw. GB), Solar Striker (GB), Phalanx (SNES, GBA).

Sport: Eines mit der wohl schwersten Genres, wenn es um die Spielbarkeit durch Blinde geht. Aber mit Einschränkungen und/oder ein wenig Geduld lassen sich auch hier durchaus Spiele finden. Zumal einige Autorennspiele auf der Playstation über einen Copiloten verfügen, der einem die Richtung ansagt. Falls es diesen nicht gibt, wenns knallt einfach probieren, ob es nun nach rechts oder links weitergeht. Und wer auf Fußball steht, sollte unbedingt die FIFA-Spiele für die PS1 und PS2 probieren, sich hier jedoch von einem Sehenden anfangs ein wenig helfen lassen. Spielbare Titel in diesem Genre wären z. B.: Formel 1 diverse Titel (GB, SNES, PS1), V-Rally Reihe (PS1/PS2), Fifa Reihe (nur auf PS1/PS2 mit Kommentator, bis Fifa 2011 auch mit recht einfacher Spielersteuerung), Street Racer (GB).

Weitere Spiele: Ob Quizspiel oder Flipperautomat, neben den üblichen Genres gibt es durchaus noch weitere Titel, die durchaus einen Versuch wert sind. Beim Flipperautomaten (Pinball) z. B., hört man sehr gut, wenn sich die beiden Arme bewegen und verschiedene Bonusse abgeräumt werden. Wenn man etwas sucht, findet sich auch durchaus ein gutes Quiz, bei dem die Fragen vom Quizmaster vorgelesen werden. Lieber doch was ganz anderes probieren? Wie wäre es mit dem Klassiker Bomberman, nur vorsicht, dass man sich nicht „versehentlich“ selber in die Luft sprengt. Auch hier eine kleine Auswahl: You Don’t Know Jack (PS1), True Pinball (PS1), Kirby’s Pinball (GB), Pokemon Pinball (GBC, mit Vibrationsfeedback), Pinball Dreams (SNES), Pinball Fantasy (SNES), Pacman (versch Plattformen), Bomberman Reihe (versch Plattformen), Wario Blast (GB), Hugo (PS1), Hugo 2 (GB).

Diese Liste ist keineswegs komplett, wird jedoch stetig ergänzt!

Fazit

Zugegeben, blind alte Konsolen zu spielen gehört wohl zu einem eher ungewöhnlichen Hobby. Warum ich, obwohl ich den Spielablauf etc. nicht sehen kann, trotzdem lieber zur Spielekonsole anstatt zu „besser“ spielbaren Titeln zurückgreife, wie es zu dieser Begeisterung kam und welche Genres sich durchaus auch blind spielen lassen, darauf sollte dieser Artikel eine erste Antwort geben.

Wo andere stundenlang in virtuellen Welten versinken, ist Spielen für mich eine kurzzeitige Ablenkung, ob zum Zeitvertreib oder als Ausgleich für einen Tag am Schreibtisch. Für mich war es auch ganz „natürlich“, auch schon als Kind dies auszuprobieren und mich nicht, wie leider vielzuviele, sich nur auf das zu konzentrieren, was offensichtlich zugänglich und für „Blinde geeignet“ erscheint.

Es gibt wenig Gleichgesinnte, zumindest sind mir in all den Jahren, in denen ich schon Videospiele spiele, nur sehr wenige begegnet. Zu groß scheint die Hürde zu sein, etwas anzufangen, was auf dem ersten Blick nicht für unseren Personenkreis gedacht bzw. gemacht ist. Da haben es die sehenden Spieler umso leichter, vor allem in Zeiten von Social Media, schnell Spieleinteressierte zum Austauschen oder für schnellen, guten Rat zu finden.

Ich möchte daher diejenigen ermutigen, die dem Thema Computer- oder Videospiele nicht ganz abgeneigt sind, es selber einmal auszuprobieren – denn nur Versuch macht klug und Ihr habt nichts zu verlieren, außer ein virtuelles Leben und ein bisschen Zeit. 😉

Gedanken-Gänge XXXIX – Es gibt immer was zu Meckern oder: Sich über Dinge beschweren, die jedoch anderen helfen

Ein Sprichwort besagt, das alles was uns nicht tötet, uns abhärtet. Wenn dem wirklich so ist, sollten einige von uns sich manches Mal überlegen, über was sie sich so beschweren.

Ich las gestern auf Facebook, dass sich jemand über das Piepen der Blindenampel unter seinem Fenster beklagte; das würde ihn (oder sie) stören. Im ersten Augenblick mag man ja denken: „Na klar, es piept monoton, mal leiser, mal laut, das kann schon nervig sein“. Ich beobachte allerdings immer wieder, dass sich Menschen erschreckenderweise immer über die Dinge zu beschweren scheinen, die anderen Leuten helfen – siehe Beispiel Blindenampel.

Ob nun die Blindenampel (die übrigens ja nicht immer piept, zumindest in Hamburg nicht, sondern nur dann, wenn man das Tonsignal per Knopfdruck anfordert), die Ansagen in der Bahn oder sogar den Leitstreifen am Bahnsteig, immer scheint es irgendwen zu geben, der sich darüber echauffiert; oder, um es mit den Worten von Tilo Wolff bzw. seiner Band Lacrimosa zu sagen: „Irgend ein Arsch ist immer unterwegs“ – und damit wollte er genau dies zum Ausdruck bringen.

Wer sich jetzt fragt, was Menschen an solchen Hilfsmitteln stört – hier mal ein kurzer Abriss über mögliche Beweggründe.

Die Blindenampel, also Ampel mit akustischen Signalen, scheint einige Mitmenschen schon allein deswegen zu „stören“, weil – je nach Ausführung und verwendetem Signalgeber – die Ampel schon einmal dauerhaft tickert. Dies dient übrigens dazu, dass wir blinden Teilnehmer am Straßenverkehr diesen Ampelmasten überhaupt erst finden können. Denn ein abgeflachter Bordstein ist noch kein Garant, dass sich hier auch eine Ampel befindet. Außerdem wird das Ticken, je nach Lautstärke des Straßenlärms, auch mal lauter, mal leiser. Hinzu kommt noch dieses von vielen als nervig empfundene Piepen während der Grünphase. Zugegeben: So viele blinde Menschen überqueren eine Straße oftmals gar nicht, so häufig wie die Ampel piept. Liegt wohl daran, dass es Passanten gibt, die ernsthaft glauben, durch penetrantes maltritieren des Auslösers würde die Ampel schneller umspringen – Trugschluss, meine Lieben. Auch der Irrglaube, man bräuchte nur S.O.S. mit dem Taster zu „morsen“ und es werde Licht (äh Grün), stimmt nicht. So weit, so gut. Es mag auch Ampeln in Deutschland zu geben, bei denen ein Anfordern des Piepstons gar nicht möglich bzw. nötig ist, da sie immer, bei jeder Grünphase munter piept. Aber auch eine Grünphase geht mal vorbei und wer an einer stark befahrenen Straße, direkt an der Kreuzung wohnt, sollte sich lieber über den dauerhaften Straßenlärm aufregen, anstatt über piepende Ampeln. Zumal viele Ampelanlagen des Nachts eh abgeschaltet werden und somit auch das Piepen wegfällt. Dass es durchaus auch Leuten helfen kann, blendet man gerne aus.

Ansagen in Bus oder Bahn sind auch nicht jedermanns Freund – doch warum eigentlich? Mag an unserer derzeitigen Gesellschaft liegen, denn viele tragen ja sowieso ihr unsichtbares „bitte nicht stören, bitte nicht ansprechen!“ Schild mit sich herum, dies merkt man allein schon, wie sehr manche in, auch auf der Straße, in ihre Smartphonewelt abtauchen. Viele scheinen sich, ob nun im ICE oder in der heimischen S-Bahn, über Ansagen aufzuregen, weil sie wohl gerade in ihrer Unterhaltung, im Sekundenschlaf, Tagtraum oder bei ihrer „Arbeit“ gestört werden. Aber gerade dann ist die Einordnung einer Ansage als Störfaktor unlogisch, denn ist man im Buch oder Laptop vertieft, schaut auch nicht aus dem Fenster oder auf die Uhr, mag man sicher auch gern vergessen, dass man sein Ziel erreicht hat. Und trotzdem missfällt es manchen Fahrgästen, dass es Durchsagen gibt – schon komisch, oder? Ich saß 2015 mal in einer Eurobahn nach Venlo und hätte den Ausstieg Dank fehlender Durchsagen beinahe verpasst. Auf dem Bahnhof traf ich durch Zufall den Schaffner, der mir sagte, es hätten sich Leute über Durchsagen morgens im Zug beklagt, darum würden einige Kollegen sie in den ersten Zügen abschalten. Wenn es doch auch nur einmal anders herum funktionieren würde – komischerweise geht das selten.

Leitstreifen (oder sollte ich „Leidstreifen“ sagen?) helfen blinden Menschen, sich an der Bahnsteigkannte entlang zu orientieren, den nächsten Treppenabgang, den Aufzug oder die Notrufsäule zu finden. Manche nutzen sie jedoch auch gern als „Haltelinie“ (man soll ja hinter der Linie bleiben, will aber unbedingt der Erste an der Tür sein) und stellen sich mit Sack und Seil darauf. Andere wiederum hassen sie, weil sich der Koffer Dank Leitstreifen (so sie vernünftig konstruiert sind) echt schwer ziehen lässt. Ein paar Zentimeter weiter zur Bahnsteigmitte zu gehen? Kommt für sie nicht in Frage. Ich habe auch schon Leute mit Kinderwagen leider fluchen hören und wundere mich auch hier, warum es vielen nicht möglich ist, einfach ein paar Schritte zur Seite zu gehen, um auch hier das Gefährt besser schieben zu können.

Sich erst mal zu beklagen, ohne zu wissen, über was man sich da eigentlich beklagt, scheint vielleicht hierzulande ein Stück weit in der Natur des Menschen zu liegen? Anstatt sich über wirklich „sinnvolle“ Dinge aufzuregen, sind es dann meist diese Kleinigkeiten und das – natürlich – oftmals auch aufgrund von Unwissenheit.

Dabei hätten z. B. blinde Passanten, Zugfahrer oder wer auch immer, durchaus auch den einen oder anderen Grund, sich über dieses oder jenes aufzuregen – z. B. abgeflachte Bordsteine, die so flach sind, dass kaum mehr mit dem Stock erkennbar ist, ob man sich auf dem Gehweg oder der Straße befindet. Aber dies hilft jedoch den zahlreichen Rollifahrern, sich unbeschwerter fortzubewegen. Also muss man sich an gegebenem Ort dann nach Alternativen umschauen, Dinge, die einem helfen können, trotzdem nicht auf der Straße zu landen. Genauso, wie der, dem die Ansagen im Zug stören, einfach Ohrstöpsel einsetzt oder diejenigen, die sich über piepende Ampeln aufregen, einfach nach dem Lüften das Fenster auch wieder schließen könnten. 😉

Der Wunsch, einmal etwas sehen zu können: Eine Befragung von 18 blinden bzw. sehbehinderten Menschen

Einmal wieder sehen können – aus Sicht des sehenden Menschen scheint dies der allergrößte Wunsch im Leben zu sein, den ein Blinder eigentlich haben müsste. Deutlich wird dies auch, betrachtet man sich die zahlreichen Medienberichte über neuartige Techniken, Chips, Brillen und Apps, mit deren Hilfe blinde Menschen, direkt oder indirekt, wieder sehend gemacht werden könnten – KÖNNTEN, weil sich viele Technologien immer noch im Entwicklungsstadium befinden und scheinbar selbigen nur sehr selten verlassen.

Egal ob Brille, die gedruckten Text auf Fingerzeig vorliest oder sogar, natürlich nur nach vorherigem Training, Personen erkennt, ein Chip, der Bilder in Form von Vibrationen versucht wiederzugeben, Versuche mit herangezüchteten Sehnerven und viele weitere Ideen mehr, dem Erfindungsdrang sehender Wissenschaftler und Tüftler, wenn es darum geht, Blinde wieder annähernd das Sehen zu ermöglichen oder ihnen ein Stück mehr der Sehendenwelt zu eröffnen, scheinen kaum Grenzen gesetzt. Fragt sich letzten Endes, wie umsetzbar ist eine solche Idee? Wer soll das bezahlen? Und vor allem, wer wird es am Ende nutzen?

Denn eines sticht hier ganz klar heraus – und dies konnte ich auch immer wieder in unzähligen Gesprächen und Diskussionen mit Sehenden feststellen: Aus Sicht eines sehenden Menschen scheint Blindheit immer noch eine mit der schlimmsten Dinge zu sein, die einem wiederfahren kann. Dem entsprechend hat, wieder aus Sehendensicht, die Wiedererlangung des Sehsinns allerhöchste Priorität, eröffnet es einem Blinden scheinbar doch den Rest der Welt und ergeben sich hieraus doch ganz neue Möglichkeiten.

Doch wie verhält es sich eigentlich in der Realität? Wollen blinde Menschen überhaupt (wieder) sehen können? Bevor ich mich dieser Frage widme, sei kurz erwähnt, dass geschätzt 50% (wenn nicht sogar mehr) aller blinden Menschen späterblindet sind. Man könnte somit annehmen, dass der Wunsch zu sehen somit allein deswegen schon sehr stark ausgeprägt sein könnte und die oftmals vorhandene Euphorie über neue, medizinische Innovationen somit nur all zu verständlich erscheint. Ist dem wirklich so?

Um erste Antworten auf diese Fragen zu bekommen, befragte ich Mitglieder eines Forums für blinde und sehbehinderte Menschen. Achtzehn Personen haben mir, teils sehr ausführlich, auf diese Fragen geantwortet. Es ist natürlich keine repräsentative Umfrage, jedoch geben die Antworten einen ersten, sehr guten Einblick, wie ebenfalls blinde Menschen über das Thema Sehen denken. Meine persönlichen Ansichten zu dieser Frage habe ich in diesem Blogbeitrag aus dem Jahr 2011 beschrieben. Auch wenn dieser schon ein paar Jahre alt ist, hat sich an meiner persönlichen Einstellung seither nichts geändert.

Die Antworten werden im folgenden Text wiedergegeben, hierbei habe ich jedoch zum einen die Namen geändert, zum anderen jedoch mir erlaubt, der besseren Lesbarkeit wegen die zitierten Texte zu korrigieren.

Ich danke an dieser Stelle daher allen, die mir offen und ehrlich Rede und Antwort gestanden haben.

Der Wunsch, einmal etwas sehen zu können: Eine Befragung von 18 blinden bzw. sehbehinderten Menschen weiterlesen

Gedanken-Gänge XXXII – Zwischen Schockstarre und Flucht oder: Was passieren kann, wenn du als Blinder auf Sehende triffst

Angeregt durch diesen kleinen Blogbeitrag von Markus Böttner entstand dieser Text.

Es ist immer wieder faszinierend und erstaunlich: Kommst du als Blinder des Weges und platzt förmlich in eine Unterhaltung anderer Passanten hinein, weil du ihren Weg kreuzt (und sie dabei noch nicht einmal mit dem Stock berührst) , neben ihnen an der Bushaltestelle stehen bleibst oder dich zu ihnen ins Zugabteil setzt, verebben alle Gespräche – sofort!

Erstaunlich, weil man es doch eigentlich im öffentlichen Raum gewohnt sein sollte, dass andere Menschen sich zu einem setzen, an einem vorbeilaufen und/oder stehenbleiben. Faszinierend, da scheinbar die pure Anwesenheit eines Menschen mit Behinderung es schafft, die angeregteste Konversation im Keime zu ersticken. Nur warum?

Ursachenforschung zu betreiben ist schwierig, denn wohl die wenigsten Passanten würden uns frei heraus sagen, was sie an unserer Anwesenheit so irritiert oder gestört hat.

Es mag die allseits bekannte Mixtur aus Überraschung (nicht damit gerechnet), Spannung, Interesse bzw. Neugier (was passiert jetzt? Was macht er? Schafft er das?), Faszination (Toll, wie er das macht), Unsicherheit und Angst (Was soll ich tun? Soll ich überhaupt etwas tun?) sein, die die Sehenden vieler Orts in eine Art Schockstarre versetzen. Stößt man sie mit der Nase drauf („Sie dürfen sich gerne weiter unterhalten!“), kommt die Konversation nur sehr stockend wieder in die Gänge, der rote Faden scheint verloren.

Und noch schlimmer. Gerne verlässt man auch die Sitzreihe und setzt sich woanders hin, geht an der Haltestelle einige Schritte weiter etc. Für deine Anwesenheit wirst du, böse gesagt, somit auch noch bestraft; bei einem anderen, ohne Behinderung, hätten sie dies sicherlich nicht getan, es sei denn, er hätte sich vielleicht Tage lang nicht gewaschen oder würde, aus anderen Gründen, gegen das Welt- und Menschenbild des Anderen verstoßen. Aber auch hier wäre es wieder nur das typisch oberflächliche Urteilen und in die Schublade stecken.

In solchen Situationen der Irritation merke ich als Blinder immer wieder, wie groß die Berührungsangst heutzutage immer noch zu sein scheint. Da wird geglotzt, was das Zeug hält, ob nun aus Gründen der Überraschung oder Neugier, Verwunderung oder Bewunderung. Alltäglich sind wir im Straßenbild, im Zug, im kleinen Restaurant oder, wie im oben verlinkten Beispiel von Markus Böttner, im Freibad anscheinend im Jahr 2019 immer noch nicht – eine erschreckende Bilanz, wie ich finde, die mich meinerseits innerlich ein wenig in genannte Schockstarre versetzt und für Entsetzen sorgt.

Bekommt man doch mal jemanden zu einem Statement bewegt, so hört man die abgedroschenen Sehenden-Floskeln von wegen „ich müsse das doch verstehen“, „keine Erfahrungen im Umgang“, „Hat nicht damit gerechnet“ oder, mein persönliches Highlight: „Wir waren so im Gespräch vertieft und haben uns erschrocken“. Spannend. Der Herr, der sich kurz zuvor lautstark geräuspert hatte, schaffte es nicht, diese drastische Wirkung hervorzurufen, ich, der ich nur meines Weges ging, allein durch meine Blindheit jedoch schon.

Da verstehe ich Böttners sarkastischen Blick auf die Situation sehr gut, wenn er sagt, er könne Zaubern und durch sein Auftauchen die Menschen um sich herum zum Schweigen bringen und in eben so eine Schockstarre versetzen – der Zauber der Behinderung eben, der eigentlich nicht sein müsste.

Gedanken-Gänge XXVIII – Vielen Dank fürs Auge leihen oder: Über Alltagshelfer, die keiner mehr eines Wortes würdigt!

Sie sind zur Stelle und stehen einem mit Rat und Tat zur Seite, sie leihen uns manchmal ihr Auge, manchmal helfen sie ungefragt und übereifrig, aber im Grunde kann man sich auf sie verlassen. Sie sind Alltagshelfer, die wir – im Zeitalter von Smartphone und helfenden Apps – jedoch keines Wortes mehr zu würdigen scheinen: Passanten.

Heute, wo fast ein jeder von uns den ständigen, smarten Begleiter mit sich führt und auf selbigem oftmals zahlreiche Apps zur Alltagsunterstützung und Navigation vorhanden sind, scheinen – so zumindest mein persönlicher Eindruck – viele von uns Blinden tatsächlich lieber der technischen Errungenschaft, statt dem menschlichen Auge zu (ver)trauen. Ob nun die App zur Erkennung von Hindernissen, zur Beschreibung von Gegenständen, zur Orientierung in einem bestimmten Terrain oder bei der mobilen Erkennung eines Textes, überall können heute Smartphoneapps zum Einsatz kommen und somit das menschliche Auge ersetzen.

Vielleicht gehöre ich zu der Übergangsgeneration, welche noch ohne smarten Helfer aufgewachsen ist und es somit noch lernen musste, uns auch ohne Technik zu organisieren und die Alltagsherausforderungen zu bewältigen. Wer heute aufwächst, braucht dieses nicht mehr unbedingt, immer mehr Apps sind auf dem „Vormarsch“ und sollen uns Blinden den Alltag erleichtern und somit das fehlende Augenlicht wieder wettmachen.

Unterschwellig schwingt hier eine Grundeinstellung mit, nach der das Alltagsleben nur dann vollkommen zu sein scheint, wenn wir auch wirklich alles ohne sehende Hilfe erledigen und bewältigen können. Dass es keine „Schande“ ist, auch mal die Hilfe Sehender inanspruch zu nehmen, vergessen wir scheinbar im Smartphonealltag gerne mal.

Dabei ist der Sehende oftmals dem Smartphone in Geschwindigkeit und Auffassungsvermögen um Längen voraus! Das Smartphone muss zunächst „prepariert“ werden, d. h. es muss aus der Tasche gekramt, die benötigte App gestartet und die passende Funktion ausgewählt, das Ziel eingegeben oder sonst eine Justierung vorgenommen werden. Dem Passanten brauche ich nur zu sagen, was ich an Hilfestellungen benötige. Er wird vielleicht nochmals genauer nachfragen, kann aber grundsetzlich sofort agieren. Natürlich, auch er kann sich mal irren, nicht richtig hinschauen etc., aber ist nicht das „Risiko“, dass der smarte Helfer etwas nicht richtig erfasst, erkennt und auswertet immens höher?

Und nichts geht über Ortskenntnisse. Denn die Karten meines Handys sind nur so gut, wie sie jemand „gezeichnet“ und programmiert hat. Laut einem Städteplaner, dessen Vortrag ich im vergangenen Jahr lauschen durfte, kann eine Navi-App eine Abweichung zwischen 5 und 25 Metern haben. Im Einbahnstraßengewirr einer Altstadt sind 5-25 M vielzuviel! Das Kartenmaterial wird ständig besser und unsere Karte im Kopf dadurch immer schlechter – dies passiert leider auch bei den Sehenden. Sie vertrauen streckenweise auch nur noch auf ihr Navi, anstatt ihrer Ortskenntnisse. Doch – und dies ist nach meinem Empfinden eher die Regel – hat man sehr häufig schneller jemanden gefunden, der den Weg kennt und auch ansatzweise beschreiben kann. Bevor ich mich mit dem Navi verlaufe, weil die Ortung oder die Karte nicht stimmen, vertraue ich lieber dem Menschen. Irren ist zwar menschlich und ein Verlaufen somit oftmals unumgänglich, unzureichend programmierte Technik ist ärgerlich und dient somit höchstens als ergänzendes Beiwerk und nicht als vollkommener Passantenersatz.

Natürlich – ich lebe in einer Großstadt. In der Millionenmetropole Hamburg findet sich immer jemand, den man fragen kann, es sei denn, ich befinde mich im abgelegendsten Winkel… aber selbst hier hilft dann auch oft kein Navi mehr.

Mit der heutigen Technik könnte ich als Blinder durch Apps oder Zusatzgeräte sogar in der Lage sein, Beschilderungen zu erkennen. Doch um zu wissen, wo sich genau das Schild oder das Display befindet, welches ich lesen möchte, müsste ich einen Sehenden fragen – dieser kann mir das Schild jedoch auch gleich vorlesen und ich laufe nicht Gefahr, dass die Texterkennung nicht richtig funktioniert und ich mich wieder neu ausrichten muss, um das Schild besser mit dem Handykameraauge erfassen zu können.

Technik zu benutzen, so mal die Begründung von einigen Leuten, mit denen ich mich vor einiger Zeit zu diesem Thema ausgetauscht habe, bedeutet auch, sich nicht mehr mit Leuten auseinandersetzen zu müssen, weil sie einem z. B. im Restaurant die Speisekarte nicht vorlesen wollen. Jedoch sollte der Kellner besser über das Angebot, über eventuelle Tagesgerichte etc. Bescheid wissen, welche dann auch nicht in der online verfügbaren Speisekarte verzeichnet sind, die ich vorher hätte herunterladen und lesen können.

Außerdem ist Helfen lassen kommunikativ! Wir können so im Idealfall mit anderen Leuten ins Gespräch kommen, können uns Austauschen; etwas, dass ja heute auch immer mehr an Bedeutung verliert, da ein jeder nur noch mit sich selbst beschäftigt ist und ein Ansprechen für viele schon ein Eindringen in die Privatsphäre bedeutet.

Und auch wenn auch ich in vielen Beiträgen über den Umgang durch sehende Menschen eher negativ berichte und ihn in vielen Punkten kritisiere, so ist es auch mal an der Zeit, genau deswegen einfach mal Danke zu sagen. Danke für unzählige Situationen, in denen wir Eure Hilfe benötigt haben und Ihr uns bereitwillig etwas von Eurer Zeit, quasi Euer Auge oder Euer Wissen geliehen habt. Denn im Zeitalter, wo hierzulande scheinbar ein jeder auf sein Smartphone glotzt und sich selbst nur noch der nächste zu sein scheint, ist sowas leider nicht mehr selbstverständlich.

Gedanken-Gänge XXVI – Thema Inklusion und Teilhabe oder: Ich soll Verständnis haben… doch warum und wofür?

Schon oft habe ich hier über Inklusion oder Teilhabe geschrieben. Und oft haben sich Teile meiner Aussagen in meinen Beiträgen wiederholt. Soweit nicht schlimm, denn es sind meist die für die wirkliche Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderung wichtigsten Punkte, die man immer wiederkäuend anführen muss, weil sie scheinbar nur die wenigsten verstehen… wollen.

Etwas, dass ich in jüngsten Gesprächen wieder einmal feststellen durfte: Ich, als selbst Betroffener, muss Verständnis aufbringen! Doch wofür und warum eigentlich?

Zugegeben mögen die folgenden Zeilen etwas böse wirken. Aber sie sind, wie viele andere in diesem Blog auch, zum Aufrütteln gedacht. Es mag viele Sehende geben, auf die der folgende Abriss nicht zutrifft, die sind herzlich zum „sich an den Kopf fassen“ eingeladen.

Ich möge doch bitteschön Verständnis dafür haben, dass heute, im bereits zweiten Jahrzehnt des einundzwanzigsten Jahrhunderts, viele sehende Menschen immer noch nicht wissen, wie man mit einem Blinden umgeht – nämlich, dass man ihn genauso zu behandeln hat, als könne er sehen. Dies soll nicht bedeuten, dass man unsere Blindheit einfach übergeht, sondern dass man uns ernstnimmt, uns trotz Blindheit gleichberechtigt behandelt und an allem teilhaben lässt. Doch für viele ist Blindheit immer noch ein rotes Tuch und sie sind maßlos überfordert, wie bei anderen Behinderungen auch. Es verschlägt ihnen die Sprache, wenn sie uns sehen, Fragen tauchen in ihrem Kopf auf, die sie sich zu stellen nie trauen, immer mit der Angst im Nacken, uns verletzen zu können. Für all dies und für das oft hinzukommende Mitleid aufgrund unserer Behinderung, dafür soll ich Verständnis haben.

Ich soll Verständnis dafür haben, dass uns Menschen, wie bei einem kleinen Kind, sagen, was wir tun dürfen, wo wir Hilfe benötigen und wo nicht, denn sie können sehen und somit besser beurteilen. Für Ausgrenzungen, Verbote und fadenscheinige Begründungen, alles nur zu unser aller Besten, dafür bräuchte ich wohl auch etwas mehr Verständnis.

Ich soll dann auch noch Verständnis für Diskriminierungen haben, die durch eben skizziertes Verhalten entstehen. Ich soll ruhig sein, nicht aufbrausend werden (weil dies unsachlich und unprofessionell ist) und einfach hinnehmen, denn es gäbe in dieser oder jener Situation ja regeln! Dass diese „Regeln“ von Sehenden aufgestellt wurden und teilweise auch noch gesetzeswidrig sind, interessiert nicht – friss, oder stirb… und hab auch hierfür bitte Verständnis.

Ich soll Verständnis dafür haben, dass in unserem Land vieles für Menschen mit Behinderung immer noch nicht selbstverständlich ist – in anderen Ländern jedoch schon. Dafür, dass viele diesen Vergleich erst gar nicht sehen bzw. hören und sich mit ihm aktiv befassen und auseinandersetzen wollen, weil wir ja in Deutschland und nicht in Land X seien, wäre doch auch ein wenig Verständnis meinerseits wünschenswert.

Und dafür, dass viele Menschen null Verständnis für mich, für meine Situation und für meine Argumente aufbringen können, weil sie es akzeptabel finden, dass man lieber über uns anstatt mit uns entscheidet, dass man uns ausschließt, dass man sich (oft unbewusst) über uns erhebt, ja, selbst hierfür soll ich am Ende Verständnis haben… ich soll also Verständnis dafür haben, dass Andere mich nicht verstehen können/wollen? Und ich soll zudem noch dankbar sein! Dankbar und genügsam, denn die Sehendenwelt tut ja schon so viel für uns… richtig, für uns, aber nicht mit uns; und dafür habe ich mehr als nur kein Verständnis!

Zwölf Tage blind durch den Balkan: Ein Reisebericht aus Belgrad, Sarajevo und Zagreb

Frühlingszeit ist für viele Menschen zugleich auch Reisezeit – so auch wieder für mich! Nach kürzeren Trips nach London, Paris, Dresden oder Düsseldorf, jeweils immer in Begleitung, stand mir dieses Mal wieder der Sinn nach Abenteuer!

Zwar ist das Reisen in Begleitung von Freunden oder Partner auch immer ein besonders schönes Erlebnis, da man das Erlebte quasi sofort mit anderen teilt, aber wer mich kennt bzw. meine bisherigen Reiseberichte gelesen hat, der weiß, dass ich sehr häufig nie den einfachsten Reiseweg wähle. Mich reizt das Abenteuer, die Reise (in gewisser Weise) ins Ungewisse, der Kontakt mit anderen Menschen vor Ort. Gerade letzteres entfällt sehr oft, da man – gewollt oder ungewollt – sich eher mit den Leuten unterhält, mit denen man unterwegs ist und nicht das Gespräch mit z. B. Einheimischen sucht.

Ein weiteres Faible sind Groß- bzw. Hauptstädte. Denn wo viele Erholung und Entspannung im Urlaub suchen, suche ich Trubel und das pure Großstadtabenteuer.

Die Wahl fiel mir dieses Mal schwerer. Fest stand aber von Anfang an, dass es nach meinem zehntägigen Mammut-Trip durch Skandinavien vor vier Jahren wieder eine Rundreise durch verschiedene Städte sein soll. In die engere Auswahl kamen zwei mögliche Routen: Baltikum (Riga, Vilnius, Tallinn) oder Balkan-Route (Belgrad, Zagreb, Sarajevo). Da ich die Reise mit Flugzeug vermeiden wollte (irgendwie fliegt man ja immer), ich jedoch bei meinen Recherchen feststellen musste, dass hierfür die Baltikum-Route weniger geeignet ist, entschied ich mich, Ende April diesen Jahres den Südosten Europas zu bereisen: Belgrad, Sarajevo, Zagreb und Ljubljana – alles mit Bus oder Bahn!

Während meiner Reise entstanden nicht nur Reiseberichte in schriftlicher Form. Die Galerien zu den jeweiligen Städten mit insgesamt ca. 800 Bildern findet Ihr unter den folgenden Links: Budapest | Belgrad | Sarajevo | Zagreb | Ljubljana

Aber auch rund 400 Minuten Videomaterial bieten einen kleinen Eindruck von meinen Erlebnissen und geben einen Überblick über die besuchten Orte; meinen Reise-Videoblog findet Ihr in gebündelter Form hier, ausgewählte Videos sowie einige aufgenommene Sounds, sind unter den jeweiligen Tagesartikeln zu finden.

Exkurs: Reisen, als blinder… und dann noch allein?

Sehr häufig werde ich im Zusammenhang mit meinen Reiseunternehmungen gefragt, inwieweit ich solch ein Reiseabenteuer im Voraus plane? Meine Antwort: So gut, wie überhaupt nicht! Natürlich informiere ich mich vorab über meine geplanten Ziele (z. B. über die Reisewikis von Wikitravel oder Wikivoyage), ein richtiges Durchplanen der einzelnen Tage findet jedoch nicht statt. Lieber informiere ich mich jeweils vor Ort und lasse mich durch Empfehlungen oder einen geführten Stadtrundgang am ersten Tag für weitere Aktivitäten inspirieren. Zur Orientierung vor Ort dient mir weder Navi oder eine andere Smartphone-App, da ich für mich persönlich die Erfahrung machen musste, dass Infos von Passanten meist aussagekräftiger und „besser“ waren, als die ihrer elektronischen, digitalen Pendants.

Ich überlasse somit vieles dem Zufall, was das Reisen für mich aber auch interessanter und unvorhersehbarer macht. Die Sicherheit, die viele – vor allem auch blinde Reisende – suchen und brauchen, empfinde ich teilweise (je nach Art und Grund der Reise) eher als störend – oder sagen wir lieber: unnötig.

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Blindismen: Die körpersprache blinder Menschen oder etwas, das es abzustellen gilt?

Oftmals handeln wir nach bestimmten Mustern. Diese Verhaltensmuster haben wir uns im Laufe unseres Lebens angeeignet, uns abgeschaut und erlernt. Als Kind zu lernen funktioniert – zu einem Großteil – über das Auge. Babys lernen sehr schnell, die Mimik und Gestik der „Großen“ zu imitieren und später für sich zu verinnerlichen.

Doch bei vielen geburtsblinden Menschen fehlen diese Informationen. Sie können eben nicht (oder nur eingeschränkt) als Kind die Gesten der Erwachsenen nachahmen und für sich lernen, wie man mit dem Körper spricht. Hinzu kommen noch weitere Schwierigkeiten, wie die Unsicherheit der sehenden Eltern, wie ihr blindes Kind erzogen werden soll, wie sie ihrem Kind Dinge beibringen können etc. und nicht zuletzt auch die – vor allem früher – auftretenden, weiteren Erkrankungen.

Gerade bei geburtsblinden Menschen sind häufig Verhaltens- und Bewegungsmuster zu beobachten, die vor allem sehende Menschen im Umgang mit Blinden verunsichern und irritieren. Die sogenannten „Blindismen“, dieses Bewegen des Oberkörpers oder das Wiegen des Kopfes verunsichert viele und macht einen lockeren, offenen Umgang miteinander somit aus Sicht vieler unmöglich.

Doch was sind diese „Blindismen“ und woher kommen sie? Was sind die Ursachen und kann man Abhilfe schaffen? Sollte man überhaupt Abhilfe schaffen, wo doch sehende Menschen auch viele Ticks und Gesten an den Tag legen, die auf viele – ob nun blind oder sehend – befremdlich wirken könnten?

Im folgenden Beitrag versuche ich, anhand von einigen Quellen, Antworten auf die skizzierten Fragen zu geben.

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Gedanken-Gänge XIX – Lebensgefährten sind keine Lebens-Assistenten

Eine Partnerschaft (oder einfach Beziehung) sollte doch für beide Seiten erfüllend sein. Beide Partner sollten, so sie es aufgrund persönlicher und/oder sexueller Vorlieben nicht anders entschieden haben, gleichberechtigt und gleichwertig diese Partnerschaft ausleben können. Dies gilt selbstverständlich sowohl für Menschen mit als auch ohne Handikap.

Warum schreibe ich dies? Ich habe im Kontakt mit Sehenden oftmals nämlich den Eindruck, dass eine Teils verquere Ansicht herrscht, wenn es um eine Partnerschaft zwischen einer blinden (oder allgemein gehandikapten Person) und einem Menschen ohne Handikap geht. Denn sehr häufig wird der sehende Partner mehr als Assistenz gesehen, anstatt als Teil einer Liebesbeziehung.

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Gedanken-Gänge XVIII: Über ein Wahrnehmungs-Debakel oder: Heißt sehen wirklich verstehen?

In einer Episode der Kult-Fernsehserie „Knight Rider“ hörte ich letztens einen Satz, der mich dazu veranlasste, diesen kleinen Beitrag zu verfassen:

„Sehen heißt doch noch lange nicht wissen, oder alles verstehen“ (Julie Robinson in: Knight Rider 2×05 ‚Blindes Vertrauen‘, USA, 1982)

Auch wenn diese Serie aus einer Zeit stammt, in der Inklusions- und Integrationsbemühungen vieler Orts noch in den Kinderschuhen steckten, so habe ich manchmal den Eindruck, dass sich auch heute, im Jahr 2017, an dieser zutreffenden Aussage bei vielen, sehenden Menschen nichts geändert zu haben scheint.

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