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Gedanken-Gänge 46 – Ist Weniger am Ende wirklich Mehr? oder: Eine Hommage an das Sammeln

Das Jahr ist jung, aber noch bevor wir 2021 einläuteten, warb ein bekanntes Online-Auktionshaus damit, sich von Altem zu trennen, Platz für Neues zu schaffen und Dinge zu verkaufen, was wir nicht mehr „brauchen“. Das ist zwar kein direkter Aufruf, minimalistischer zu leben, eignet sich aber hervorragend, über das genaue Gegenteil zu sprechen!

Minimalismus – ein Trend, welcher durch Personen wie Marie Kondo salonfähig geworden ist. „Manchmal ist weniger mehr“ heißt es ja auch so schön.

Dahinter steckt, sich zu überlegen, welche Dinge einem wirklich wichtig sind. Was brauchen wir wirklich, was macht uns glücklich? Diesem neuen Lifestyle-Gefühl verdanken wir es, dass wir liebgewonnene Dinge wie Bücher, CDs, Comics oder Konsolen- und Gesellschaftsspiele auf einmal als Balast empfinden. Dinge, die durchaus ihren Nutzen haben, anders vllt als leere Feuerzeuge oder Kugelschreiber.

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Was der Gast nicht kennt… oder: Warum wir immer wieder zu den gleichen Liedern tanzen

Seit nunmehr elf Jahren bin ich als mobiler DJ aktiv und unterwegs. Ich begleitete zahlreiche Partys, Events, Hochzeiten, Geburtstage, Gartenpartys, Vereinsjubiläen, Sommerfeste und weitere Events und sorgte für die musikalische Untermalung oder für volle Tanzflächen.

Bei meiner Arbeit als DJ ist es mir stets wichtig, sowohl den Geschmack der Gäste zu treffen, als auch ein Stück weit – so es mir die Vorlieben und Vorgaben ermöglichen – auch zu experimentieren. Nicht nur die bekanntesten Lieder von Interpret XY spielen, sondern auch ein wenig abseits des Bekannten zu suchen, zu finden und vorzustellen, ist mir ein ebenso wichtiges Anliegen. Denn Popmusik ist weitaus mehr, als nur die Top 100 der angesagtesten Titel der aktuellen Woche, die im Radio größtenteils sowieso schon rauf- und runtergedudelt werden.

Doch wie weit können Experimentierfreudigkeit und der Wunsch der Masse, mit tanzbarer Musik versorgt zu werden, gehen?

Die Antwort ist – nach jetzt elfjähriger Erfahrung – zum Teil wirklich ernüchternd: Nämlich so gut wie gar nicht!

Frei nach dem Motto, „Wat de Buer nich kennt, dat frett he nich“, ist die Tanzlust bei vielen bei ihnen unbekannten Titeln eher gering. Ob nun aus Gründen des Nichtgefallens oder des Nichtkennens bleibt mir als DJ in den meisten Fällen verborgen. Es sei denn, es äußert sich doch mal ein Gast zum gerade gespielten Titel und gibt mir somit einen ersten Anhaltspunkt.

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Gedanken-Gänge 42 – Manchmal war früher eben doch vieles besser… oder: Eine kleine Hommage an die neunziger Jahre

In zahlreichen Beiträgen in sozialen Netzwerken, ja sogar in ganzen Gruppen, wird der Nostalgie freien Lauf gelassen. Für viele Menschen waren die neunziger Jahre mit das beste und tollste Jahrzehnt, die schönste Zeit – wobei das sicherlich viele von den Jahren der eigenen Kindheit behaupten werden. Ja selbst in unzähligen Retrospektiven im TV und in Live-Comedy-Shows wird seit geraumer Zeit den Neunzigern gedacht und die Musik dieses Jahrzehnts erlebt spürbar ihr Comeback, ob nun im Radio oder auf Partys. Gründe genug, auch hier mit einer kleinen Hommage an die eigene Kindheit zu starten. Mal ohne all die Probleme, die es damals schon gab oder die Dinge schlecht zu reden, die wir „damals“ noch nicht hatten. Und ich verzichte hier bewusst auf Bilder und Videos, die meine Erinnerungen durchaus illustrieren würden und überlasse Euch ganz und gar Eurer Fantasie.

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Gedanken-Gänge XXIX – Ist Auflegen ein „Handwerk“, das man erlernen kann? Oder: Gedanken über das DJing

Gestern habe ich mal wieder festgestellt: Man kann nicht alles – wie ein stumpfes Handwerk – erlernen, auch wenn viele dies immer gerne glauben.

Ich war mal wieder als DJ auf ner Hochzeit gewesen. Für gewisse Zeit schaute mir jemand über die Schulter, sehr wissbegierig an Technik, Bedienung der Geräte etc. Nur irgendwann stellte er die Frage, welche Songs man in dieser oder jener Situation am besten spielen könnte? Daran merkte ich, ohne überheblich klingen zu wollen, dass man DJing im Grunde nicht, wie stumpfes Handwerk, betrachten und lernen kann. Man kann lernen, mit Technik umzugehen, sie zu beherrschen, Mixing braucht man fast nicht mehr zu lernen, dies regelt leider meist die Software, da die meisten ja eh nur noch – so mein Eindruck – digital auflegen. Das Gespür für Musik, das sich Auskennen mit Musik, das wirkliche Hören von Musik ist etwas, das man – nach meinem Empfinden – nicht lernen kann. Entweder, du hast es, oder du hast es nicht. Und da hilft dir auch keine Spotify-Party-Playlist. Denn Geschmäcker können auf einer Party unterschiedlicher nicht sein.

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Gedanken-Gänge XVII: Alles digital oder was? oder: Warum ich (privat und als DJ) immer noch CD’s kaufe

Eigentlich müsste man über dieses Thema überhaupt nicht diskutieren oder irgendein Wort verlieren. Nicht, weil der Wunsch, alles überall, in digitaler Form, verfügbar zu haben, aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken ist, sondern, weil es einem jeden von uns überlassen sein sollte, wie er seine Sammlungen, ob nun Musik, Bilder, Videos, Dokumente oder was auch immer, verwalten und archivieren möchte.

Lustigerweise (oder erschreckenderweise) ist es eben nicht jedem selbst überlassen, dies bewiesen mir in der Vergangenheit zahllose Diskussionen und Debatten, die ich mit Freunden, Bekannten und Kunden immer und immer wieder führen durfte.