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Kein (Sende-)Platz mehr für starke Kämpfer? Kindersendungen im Fernsehen: Aktuelle Genreschwerpunkte im Überblick

Einleitung

Ist das pädagogisch wertvoll? Seit es Kindersendungen im Fernsehen gibt, zieht sich diese Frage wie ein roter Faden durch die Debatten der Medienkritiker. In den neunziger Jahren stand das Thema Gewalt dabei ganz oben auf der Agenda. Und wenn sich in damals wie heute sehr beliebten Cartoon-Serien wie beim Klassiker Tom und Jerry die Protagonistengegenseitig mit Waffen aller Art traktieren und gerne auch mal in die Luft sprengen, scheint die Besorgnis verständlich: Hilft diese Art von Konfliktlösung Kindern bei der Persönlichkeitsentwicklung?

Heute, rund zwanzig Jahre später, ist es ruhig geworden um dieses Thema. Nur warum? Ist das Kinderfernsehen für die Forschung nicht mehr relevant genug? Sind die Kritikpunkte bezüglich des pädagogischen Wertes von Kindersendungen sowie der geforderten Angebotsvielfalt von Programmmachern endlich erhört und umgesetzt worden?

Dieser Beitrag soll, zunächst rein oberflächlich anhand von Programmdaten aus der 20. und 21. Kalenderwoche 2011, der Frage nachgehen, welche Programmformen und Subgenres im derzeitigen Kinder-Fernsehangebot zu finden sind.

Bei der Programmanalyse wurden besonders serielle Angebote berücksichtigt. Zwar werden (vor allem im Programm des Kinderkanals) auch Filme ausgestrahlt, jedoch ist dieses Angebot (inhaltlich) wechselnd, hingegen eine Serie bedingt durch die regelmäßige Ausstrahlung eine gewisse Zuverlässigkeit im Programm garantiert.

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„Mein Mann kann…“ oder: Spiele, die die Welt nicht braucht

Gestern (am 08.07.) endete die zweite Staffel von „Mein Mann kann“ mit einem Frauenspezial. Genau so hirnsinnig und unnötig, wie schon die zahlreichen vorherigen Episoden, versuchte das Privatfernsehen uns mit altbackenen Rollenklischees und platten Wettkämpfen zu langweilen; auch wenn die Quoten eine ganz eigene Sprache sprechen.

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Medien

Was Blinde sehen. Erste Ergebnisse der Studie „Blind TV 2011“

Im Rahmen der Studie „Blind TV“ erforsche ich die Fernsehgewohnheiten und Sendungspräferenzen blinder Menschen – derzeit zwischen 12 und 49 Jahren. Auch wenn ein Großteil der blinden Menschen älter als 50 Jahre ist, entschloss ich mich, mich bei der Festlegung der Zielgruppe an den sog. „werberelevanten Zielgruppen“ zu orientieren. Den Kritikern sei aber versichert, dass bei erfolgreichem Abschluss der derzeit laufenden Befragungen, die über 50 Jährigen auch noch an die Reihe kommen – nur etwas Geduld!

Die Befragungen sind noch nicht abgeschlossen, es haben auch bislang noch nicht ausreichend Personen teilgenommen, dennoch wage ich einen ersten Blick auf die Präferenzen der Sendungen, Sendungstypen und Sender.

Bei den 12 bis 19-Jährigen stehen sowohl informative als auch fiktionale Fernsehangebote hoch im Kurs. „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „CSI – den Tätern auf der Spur“, „Two and a half men“, die „Simpsons“ oder auch der zielgruppenübergreifende Liebling „SpongeBob“, welcher sich ja vor allem bei ganz jungen Zuschauern großer Beliebtheit erfreut, teilen sich mit den diversen Nachrichtensendungen die hohen Ränge der Sendungsskala. Was die bevorzugten Genres und Formate anbelangt, so sind auch bei dieser Studie bislang Widersprüche zu beobachten: Denn nicht Unterhaltungsformate, sondern ‚Nachrichten‘ und ‚Dokumentationen und Reportagen‘ rangieren auf den ersten zwei Plätzen, gefolgt von ‚Cartoons und Anime‘, ‚Sitcoms‘, ‚Comedy‘, ‚Doku-Soaps‘, ‚Daily Soaps‘ und ‚Spielfilme‘. Gerade die Cartoons sowie das Sitcom-Genre fanden im Vergleich zur Vorgängerstudie aus 2009 größeren Anklang beim jungen Publikum. Auch wenn zwar die ‚Nachrichten‘ und ‚Dokumentationen und Reportagen‘ die ersten beiden Plätze der Lieblingsgenres und Formate belegen, ist das Interesse an unterhaltenden Inhalten immer noch enorm hoch. Daher teilen sich auch sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Fernsehkanäle die Zuschauergunst der jungen blinden Fernsehnutzer.

Dieser Trend setzt sich bei den 20 bis 49-Jährigen fort. Hier dominieren auch Unterhaltungs- und Quizformate und -Sendungen wie „Tatort“, „CSI“, „Wer wird Millionär“, „Ein Fall für Zwei“, „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ oder Nachrichtensendungen. Wie schon bei den 12 bis 19-Jährigen blinden Fernsehzuschauern ist der Bereich ‚Nachrichten‘ an erster Stelle der präferierten Sendungsformen, hier gefolgt von ‚Spielfilme‘, ‚Krimi-Serien‘, ‚Quiz-Shows‘, ‚Doku-Soaps‘, ‚Daily Soaps‘, ‚Castingshows‘ oder ‚Mystery-Serien‘. ‚Castingshows‘ sowie ‚Mystery‘ tauchten bei den 12 bis 19-Jährigen sogut wie überhaupt nicht mehr in den Nennungen auf. Was die bevorzugten Sender anbelangt, so ist Das Erste die erste Wahl, gefolgt von den Privaten RTL, Sat.1 und ProSieben. Ob die ARD wegen ihrer ausgestrahlten Filme mit Audiodeskription bei den 20 bis 49-Jährigen so hoch im Kurs steht, wird sich am Ende der Befragung herausstellen.

Auch bei den 20 bis 49-Jährigen wird Fernsehen zur Unterhaltung und Entspannung genutzt. Nach den bisherigen Angaben schaut diese Gruppe bis zu zwei Stunden pro Tag fern, wobei es auch hier den einen oder anderen Vielseher (mehr als drei Stunden pro Tag) gibt.

Diese Tendenz lässt schon erkennen, dass das Fernsehen immer noch eine nicht zu missachtende Rolle bei der Freizeitgestaltung blinder Menschen spielt. Gerade Unterhaltungsangebote aus dem Show- und fiktionalen Bereich werden bevorzugt angeschaut. Jedoch dient das Fernsehen auch zur Informationsbeschaffung, wenn auch dies eher zweitrangig ist.

Blinde Fernsehnutzer können noch an der Studie teilnehmen. Die Fragebögen sind unter christian-ohrens.de/blindtv> abrufbar.

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„Phänomen“ YouTube. Drei Themenskizzen

Die folgenden drei kleinen Skizzen entstanden im Rahmen eines Seminars an der Uni, welches sich im Wintersemester 2010/11 dem „Phänomen YouTube“ widmete.

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Allgemein Medien

Necro Facility überzeugen mit neuem Album „Wintermute“!

Gut Ding will Weile haben…

Dies sagt man immer so schön, oftmals ist es dahergesagt und nichtssagend, aber in manchen Fällen lohnt sich Warten und zahlt sich am Ende aus.

Bis vor kurzem, als ich die Promo des hier vorgestellten Albums erhielt und zudem auf dem CD-Beileger des Zillo-Magazins (Juni 2011) ein Song von Necro Facility enthalten ist, ist mir die Musik dieses Duos verborgen geblieben – aus welchem Grund auch immer, denn Necro Facility könnte man als Senkrechtstarter in der Szene betrachten, hat man sie doch nach Veröffentlichung ihrer ersten beiden Alben mit der Kultband Skinny Puppy verglichen.
Nun sind vier Jahre ins Land gegangen und seit Mitte April steht nun das neueste Werk mit dem Namen „Wintermute“ in den Startlöchern, um wieder die Szeneherzen zu erobern.
Was den Hörer erwartet ist eine Mischung aus knackigen elektronischen Beats und Samples, Synthies, gepaart mit einer markanten, tiefen Stimme und natürlich mit einer gehörigen Portion eingängiger Melodien. Dieses Album ist ‚rockig‘, kommt jedoch in einigen Songs komplett ohne E-Gitarren aus. Es ist generell schwer, „Wintermute“ in eine der bestehenden Schubladen einzuordnen, verbindet es doch Elemente aus Electronic Body Music, Synthpop, Electro und Industiral Rock zu einer interessanten Mischung.

Zu den Highlights schlechthin dürften vor allem der Opener „You Want It“, ein eher balladeskes Stück oder „Do You Feel the Same“, welches bereits auf dem 8. Septic Sampler für Aufsehen sorgte, zählen. Mein persönlicher Favourit ist jedoch „Supposed“, ein Track, welcher erst eine düstere Atmosphäre, vielleicht auch durch den etwas kehligen Gesang während der Strophen, sorgt, sich dann im Refrain jedoch wahrlich zu einem Ohrwurm entwickelt.

Zugegeben, dem Otto-Normal-Popmusik-Hörer dürften die Klänge, der Besang und die teils düstere Atmo der Songs etwas befremdlich vorkommen, vor allem, wenn man sich mit derartiger Musik nicht so anfreunden kann. Wer jedoch offen für ‚Neues‘ ist und gerne auf musikalische (elektronische) Entdeckungsreisen geht, der sollte auch an „Wintermute“ Gefallen finden. An manchen Stellen sperrig, wenn man sich darauf einlässt, doch erkennbar eingängig poppig. Genau das, was Musik auszeichnen muss: Ecken und Kannten.

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Neuer Superstar 2011: … und schon bald kennt ihn keiner mehr

Nun ist es endlich vorbei! Das DSDS-Debakel 2011.
Es gibt einen Namen, eine Stimme, vielleicht ein Bild – und wen interessiert es? Schon in wenigen Monaten, spätestens in einem Jahr wird auch er vergessen sein, so wie seine zahlreichen Vorgänger, an die sich heute kaum noch jemand erinnert.
Hinzu kommt noch, bei der soeben geendeten Staffel die Manipulationsvorwürfe enorm hoch waren. So twitterte Medienkritik.TV (www.medienkritik.tv), dass der Sieger auf jeden Fall nicht live gesungen haben soll. Auf www.dwdl.de ist zu lesen, dass kurz vor Beginn der heutigen Finalshow kurzerhand die Jury vom Master of Disaster himself (Didi Bohlen) abgesetzt worden war und sie selbst davon (angeblich) auch nur durch einen Bild-Artikel erfahren hätten – zumindest gilt dies für Patrick Nuo. Selbst RTL soll von dieser „Veränderung im Betriebsablauf“ nichts gewusst haben… Komisch nur, dass Nuo heute doch als Juror in der Show zu sehen war und seine Kommentare abgegeben hat.
Es stinkt gewaltig bis zum Himmel und trotz (oder vielleicht ja auch gerade wegen) der zahlreichen Querelen, die die diesjährige DSDS-Staffel mit sich zog, war sie (laut DWDL) die zweiterfolgreichste Staffel seit langem. Dies beweist einmal mehr, dass reine musikalische Leistungen der Vergangenheit angehören. Die Zuschauerschaft will unterhalten und beschissen werden; Sensation ist Trumpf, alles andere ist, spätestens seit 2011, reine Nebensache und pures, ausschmückendes Beiwerk für eine Maschinerie, um möglichst quotenstarke Werbeplätze verkaufen zu können.
Dass wir schon nicht mehr wissen, wer eigentlich der Sieger der letzten Staffel gewesen ist, beweist doch nur, wie Nebensächlich die wirklichen Gesangsleistungen eigentlich nur noch sind.

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Hochzeit als Medienphänomen? Prinz Sowieso heiratet – ja und?

Ein großes Ereignis zog seit geraumer Zeit seine Kreise: Prinz Sowieso (aus der Britischen Königsfamilie) heiratet am 29.04. Ein Ereignis von anscheinend enorm großer Bedeutung; zumindest für die (Medien-)Welt, vor allem aber für Großbritannien.
Seit einigen Wochen redet man über nichts anderes mehr, die Nachrichten sind voll davon und TV-Stationen weltweit stellen heute ihr Programm um. Das „Problem“ ist, es gibt ja auch genügend Leute, die diesem (Medien-)Spektakel beiwohnen, wie gebannt vor dem Flimmerkasten hocken und die Feierlichkeit beobachten. Das Interesse an solchen Ereignissen ist generell groß, in Deutschland und auch in anderen Ländern. Ob es nun eine Hochzeit ist oder die Trauerfeier von Kings (of Pop) oder Ladies. Dies spielt keine Rolle.
Aber was ist so interessant daran? Ist es die Lust auf Sensation? Die Anteilnahme und das Bedürfnis, in irgendeiner Form dabei sein zu wollen? Oder ist es die Bewunderung des Unerreichbaren, des Prunkvollen (denn die Trauerfeiern von Lady Diana oder Michael Jackson waren auf ihre Weise ja auch prunkvoll und wurden in gewisser Hinsicht „bewundert“)?
Dass die Bewohner des Landes, in dem das Spektakel stattfindet, loyal hinter ihrem Königshaus stehen und dieser Hochzeit indirekt beiwohnen wollen, ist ja irgendwo verständlich. Dass sie am heutigen Tage nicht arbeiten müssen, darüber kann man sich streiten. Aber ist die Hochzeit von Prinz Sowieso von so großer Bedeutung für die ganze Welt?
Denn ob Prinz Sowieso heiratet oder in Hamburg ein Sack Reis umfällt – beides ist doch nur für denjenigen bedeutend, den es direkt betrifft. Oder nicht? Und das hat jetzt nichts mit Desinteresse am Weltgeschehen zu tun! Ich nehme es hin. Wundere mich nur immer wieder, dass Leute Stunden damit zubringen können, Ereignisse (ob nun negative oder positive) im Fernsehen zu beobachten. 😉

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Knut ist tot oder: Das Ende eines Hypes

Knut ist tot – Diese Nachricht erschütterte am Samstagnachmittag eine Nation.
Doch handelte es sich hier nicht um eine (menschliche) Persönlichkeit, um die es nun zu trauern gilt: Nein, um einen berliner Eisbären, welcher am Samstag das zeitliche segnete und dessen Tod somit das Ende eines enormen Hypes bedeutet.

Angefangen hat alles am 05.12.2006. Nach dreißig Jahren konnte der Zoologische Garten Berlin die erste Eisbärengeburt verzeichnen, welche ein zunächst lokales, später auch internationales Medieninteresse wecken konnte. Doch im Gegensatz zu anderen, eher kurzlebigeren, (Medien)Ereignissen stand (und steht) Knut seit 2007 in der Gunst der Zuschauer und der Zoobesucher. Er war Attraktion, sowohl medial als auch real. Jede kleinste Neuigkeit um Knut wurde von den Medien, vor allem von der Boulevardpresse, aufbereitet und dem sensationsgierigen Publikum als Solche präsentiert.
Aber nicht nur in ausgeschweiften Reportagen und Fernsehnachrichten schlug sich das Interesse an diesem tierischen Star nieder. Auch die Stofftierindustrie witterte große Einnahmen und man konnte einen Eisbären für das heimische Wohn- oder Schlafzimmer erwerben. Der Name Knut erlangte für kurze Zeit Kultstatus, so las man in Zeitungen über neugeborene Jungen, welche nach Knut benannt wurden.

Doch jetzt, nach über vier Jahren, hat der Hype ein Ende. Am 19.03. brach Knut vor den Augen der Zoobesucher zusammen. Eine Obduktion soll nun die Todesursache klären. Da fragt man sich nur, ob dieser Aufwand bei jedem gestorbenen Zoo-Tier betrieben wird oder nur speziell bei Knut, weil das Interesse der Medien sowie der Zoobesucher an ihm enorm hoch ist?
Im Moment kann man über seinen Tod nur spekulieren. Vielleicht ist er ja vergiftet worden oder hat sich selbst das Leben genommen, weil er diesen ganzen Hype nicht mehr ertragen konnte/wollte. Er wäre unter all den „Stars“ ja schließlich nicht der Erste Star… 😉

Mit seinem Tod konnte der „niedliche“ Eisbär ein letztesmal das Interesse der Medien wecken, die dieses ‚Ereignis‘ aufzubereiten und beispielsweise als „traurige Nachricht“ wohl zu verkaufen wussten.

Jedoch war Knut nicht der erste große „Star“ unter den Tieren. Man erinnere sich: Fußball-WM 2010. Hier machte ein gewisser Paul von sich Reden. Man sagte, dieser Octopus wäre in der Lage, den Ausgang der WM-Spiele vorherzusagen. In den meisten Fällen lag dieser Paul ja richtig; wie gesagt, nur in den meisten Fällen – nicht in Allen.
Die Vorhersagen des Spielausgangs wurden, genau wie jegliche Neuigkeit über Knut, international von den Medien aufgegriffen. Krake Paul orakelte über das Ende eines jeden WM-Spiels, immer wiederkehrend, wie die Ziehung der wöchentlichen Lottozahlen. Seine falschen Prognosen sorgten für Morddrohungen; als hätten sie ihn je erreicht bzw. als hätten sie ihn überhaupt je gekümmert. Aber das Vertrauen in seine Aussagen zum Spielausgang waren enorm hoch, obwohl jeder wissen sollte, dass dies reine Willkür gewesen war. Aber irgendeinen Sündenbock für das verlorene Spiel muss es ja geben…

Wie jetzt bei Knut, so endete der Hype um Orakel Paul mit dessen Tod. Und wie auch bei Knut, war hier das Zuschauerinteresse an einem Tier äußerst groß.
Bei Paul war es das Mysteriöse, das Interesse am (eigentlich) Unvorhersehbaren. Knut war einfach Attraktion mit sehr hohem Niedlichkeitsfaktor.

Generell erwecken in fiktionalen Medienangeboten Tiere und kleine Kinder großes Interesse und sorgen für höhere Einschaltquoten. Nicht umsonst gab es „Kommissar Rex“ und nicht gerade selten wurden in Katastrophenfilmen (wie durch gewolltem Zufall) ein Haustier oder vielleicht auch ein kleines Kind in der zu verlassenen Wohnung zurückgelassen, welches (noch unbedingt) gerettet werden muss.

Doch Knut und Paul zeigen einmal mehr, dass nicht nur in unterhaltenden, sondern auch in informativen Medienangeboten sensationell Tierisches für Quote sorgen kann. Auch wenn es am Ende bloß die hochgepushte Nachricht eines Todes ist.
Und diese Nachricht, welche wichtiger nicht zu sein scheint, lässt für einen kurzen Augenblick alle wirklich drastischen News belanglos erscheinen…

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Schöne Töne, schräge Typen. Deutschland sucht alles… bloß keinen Superstar

Seit Anfang Januar flimmert sie über den Schirm: die neunte Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“. Mit (zum Teil) neuer Jury und insgesamt 35.000 Bewerbern versucht RTL mal wieder, uns all samstäglich zu unterhalten bzw. zu langweilen, wenn die Übriggebliebenen ihr Liedchen trällern oder versuchen, sich gegenseitig niederzumachen. Im letzten Jahr verzeichnete RTL mit der achten Staffel enorme Einschaltquoten, welche Sendungen wie „Wetten, dass“ ihren ersten Rang in der Zuschauergunst streitig machen konnten, nicht zuletzt auch durch den Finalkampf der beiden Endkandidaten, welcher im Vorfeld durch die zahlreichen RTL-Nachrichten- und Boulevardmagazine hochgepusht wurde, hervorgerufen. Spätestens seit dieser Staffel wurde klar, dass es in dieser Castingshow um alles geht, jedoch nicht mehr um gesangliche Talente.

Staffel neun knüpft hier nahtlos an. In keinem anderen Vorcasting der vorherigen Staffeln wurden so wenig Kandidaten gezeigt, wie in diesem Jahr. Im Vordergrund standen die Präsentationen der einzelnen Kandidaten mit ihren Schicksalen, Macken und natürlich auch ihren gesanglichen Leistungen. Das ganze wurde, mehr noch als in all den letzten Jahren, durch Einspielungen, Komikelemente, Musik und Geräusche untermalt, hervorgehoben oder sogar ins Lächerliche gezogen. Derartiges sind wir bereits aus „Das Supertalent“ oder früheren „DSDS“-Staffeln gewohnt, jedoch fand die überspitzte und kommentierte Darstellung der Kandidaten, welche der reinen Unterhaltung dienen soll, in diesem Jahr einen erneuten Höhepunkt. Unterstrichen werden diese Darstellungen natürlich auch von Juror Dieter Bohlen, welcher von RTL grundsätzlich als der „Poptitan“ bezeichnet wird, der mit seinen schon in die Kritik geratenen Äußerungen die Kandidaten be- bzw. abwertet. Auf das Juroren-Urteil wird im weiteren Verlauf noch eingegangen.

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Erzählt man in Deutschland anders? Eine Beobachtung zu den Erzählstrukturen in deutschen und amerikanischen Krimiserien

Amerikanische Krimi-, Profiler- und Actionserien sind, spätestens seit mitte der 80er Jahre und dem flutartigen Einkauf durch private Fernsehkanäle, voll im Trend. Dieser Trend hält weiterhin an, erfreuen sich doch die zahlreichen Serien großer Beliebtheit, indess deutsche Krimi-Produktionen, vor allem von jüngeren Fernsehzuschauern, eher belächelt und als langweilig abgestempelt werden. Denn bei vielen hat der allsonntägliche „Tatort“ immer noch den Status des Alte-Leute-Krimis.

Thematisch sind sich amerikanische Serien (wie z. B. „CSI“, „Law and Order“/“Law and Order New York“ oder „Cold Case“) jedoch mit denen der „Tatort“-Krimireihe und weiteren deutschen Krimiserien (z. B. aus dem Vorabendprogramm) ähnlich: Es geht um Mord, welcher aus verschiedensten Beweggründen passiert, um Vergewaltigung und um zwischenmenschliche und oftmals auch soziale Probleme. Aber irgendetwas muss es geben, das viele Fernsehkrimifans veranlasst, eher die amerikanischen Produktionen zu bevorzugen. Ist der „Tatort“, der inzwischen seinen 40. Geburtstag feiern kann, für junge Krimiinteressenten vielleicht nicht actionreich genug?

Wirft man einen ersten oberflächlichen Blick auf verschiedenste Serien, so fällt auf, dass es bei den amerikanischen Serien andere Erzählstrukturen gibt, d. h. der Episodenablauf ist hier rasanter gestaltet und Elemente wie Ton und Bild werden anders eingesetzt. Dies soll im Folgenden nun genauer erläutert werden.