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Der Wunsch, einmal etwas sehen zu können: Eine Befragung von 18 blinden bzw. sehbehinderten Menschen

Einmal wieder sehen können – aus Sicht des sehenden Menschen scheint dies der allergrößte Wunsch im Leben zu sein, den ein Blinder eigentlich haben müsste. Deutlich wird dies auch, betrachtet man sich die zahlreichen Medienberichte über neuartige Techniken, Chips, Brillen und Apps, mit deren Hilfe blinde Menschen, direkt oder indirekt, wieder sehend gemacht werden könnten – KÖNNTEN, weil sich viele Technologien immer noch im Entwicklungsstadium befinden und scheinbar selbigen nur sehr selten verlassen.

Egal ob Brille, die gedruckten Text auf Fingerzeig vorliest oder sogar, natürlich nur nach vorherigem Training, Personen erkennt, ein Chip, der Bilder in Form von Vibrationen versucht wiederzugeben, Versuche mit herangezüchteten Sehnerven und viele weitere Ideen mehr, dem Erfindungsdrang sehender Wissenschaftler und Tüftler, wenn es darum geht, Blinde wieder annähernd das Sehen zu ermöglichen oder ihnen ein Stück mehr der Sehendenwelt zu eröffnen, scheinen kaum Grenzen gesetzt. Fragt sich letzten Endes, wie umsetzbar ist eine solche Idee? Wer soll das bezahlen? Und vor allem, wer wird es am Ende nutzen?

Denn eines sticht hier ganz klar heraus – und dies konnte ich auch immer wieder in unzähligen Gesprächen und Diskussionen mit Sehenden feststellen: Aus Sicht eines sehenden Menschen scheint Blindheit immer noch eine mit der schlimmsten Dinge zu sein, die einem wiederfahren kann. Dem entsprechend hat, wieder aus Sehendensicht, die Wiedererlangung des Sehsinns allerhöchste Priorität, eröffnet es einem Blinden scheinbar doch den Rest der Welt und ergeben sich hieraus doch ganz neue Möglichkeiten.

Doch wie verhält es sich eigentlich in der Realität? Wollen blinde Menschen überhaupt (wieder) sehen können? Bevor ich mich dieser Frage widme, sei kurz erwähnt, dass geschätzt 50% (wenn nicht sogar mehr) aller blinden Menschen späterblindet sind. Man könnte somit annehmen, dass der Wunsch zu sehen somit allein deswegen schon sehr stark ausgeprägt sein könnte und die oftmals vorhandene Euphorie über neue, medizinische Innovationen somit nur all zu verständlich erscheint. Ist dem wirklich so?

Um erste Antworten auf diese Fragen zu bekommen, befragte ich Mitglieder eines Forums für blinde und sehbehinderte Menschen. Achtzehn Personen haben mir, teils sehr ausführlich, auf diese Fragen geantwortet. Es ist natürlich keine repräsentative Umfrage, jedoch geben die Antworten einen ersten, sehr guten Einblick, wie ebenfalls blinde Menschen über das Thema Sehen denken. Meine persönlichen Ansichten zu dieser Frage habe ich in diesem Blogbeitrag aus dem Jahr 2011 beschrieben. Auch wenn dieser schon ein paar Jahre alt ist, hat sich an meiner persönlichen Einstellung seither nichts geändert.

Die Antworten werden im folgenden Text wiedergegeben, hierbei habe ich jedoch zum einen die Namen geändert, zum anderen jedoch mir erlaubt, der besseren Lesbarkeit wegen die zitierten Texte zu korrigieren.

Ich danke an dieser Stelle daher allen, die mir offen und ehrlich Rede und Antwort gestanden haben.

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Gedanken-Gänge XVIII: Über ein Wahrnehmungs-Debakel oder: Heißt sehen wirklich verstehen?

In einer Episode der Kult-Fernsehserie „Knight Rider“ hörte ich letztens einen Satz, der mich dazu veranlasste, diesen kleinen Beitrag zu verfassen:

„Sehen heißt doch noch lange nicht wissen, oder alles verstehen“ (Julie Robinson in: Knight Rider 2×05 ‚Blindes Vertrauen‘, USA, 1982)

Auch wenn diese Serie aus einer Zeit stammt, in der Inklusions- und Integrationsbemühungen vieler Orts noch in den Kinderschuhen steckten, so habe ich manchmal den Eindruck, dass sich auch heute, im Jahr 2017, an dieser zutreffenden Aussage bei vielen, sehenden Menschen nichts geändert zu haben scheint.

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